Kann auch grimmig: Daniel Buballa
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Des Kiezklubs Chaos-Theorie: Je wilder das Spiel, desto besser St. Pauli

Es muss ja nicht alles in geordneten Bahnen ablaufen. Beim FC St. Pauli hat Trainer Timo Schultz vielmehr große Freude, wenn seine Schützlinge nach dem Motto handeln: Mutig, wild und Spaß dabei.

Vielerorts sind die Übungsleiter um Struktur bemüht. Darum, dass es geregelte Abläufe gibt auf dem Platz, dass Spieler A immer weiß, was Spieler B in jeder Lebenslage zu tun gedenkt. Dann, so die Annahme, funktioniert das eigene Spiel. Bei St. Pauli indes ist es umgekehrt.

Schultz ist überzeugt: Je wilder das Spiel, desto besser St. Pauli

„Ich glaube, wenn wir es schaffen, grundsätzlich Spiele wild zu halten, dann werden wir immer gut aussehen“, sagte Timo Schultz nach dem spektakulären 2:2 gegen Nürnberg. „Wenn wir versuchen, ruhig zu stehen wie in Elversberg, dann kriegen wir Probleme.“

Acht St. Pauli-Offensivspieler gegen Nürnberg auf dem Platz

Und es gilt folgende Chaos-Theorie: Je angriffslustiger man agiert, desto größer ist die Chance, den Gegner zu verwirren. So wie gegen den Club. „Wir hatten acht Offensivspieler auf dem Platz“, rechnete Schultz vor. „Mir ist das lieber als 4-4-2-Verschiebebahnhof, wo die Jungs nach links und rechts rennen und am Ende geht es 0:0, 1:0, 0:1 oder 1:1 aus.“ Verwaltungsfußball? Nicht sein Ding.

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Schultz schwärmt vom St. Pauli-Fußball seiner Jungs

Zumal die Mannschaft psychisch gefestigt wirkt. „Von der Mentalität her sind wir inzwischen stabil genug, Rückstände wegzustecken“, sagte der 43-Jährige. „Wir wollen nach vorne spielen, wir wollen mutig sein.“ Und damit eigentlich die Fans abholen, die aber aus bekannten Gründen fehlen. „Wenn 30.000 Zuschauer im Stadion gewesen wären, dann hätte das Dach zwei, drei Mal abgehoben“, befand Schultz und lobte: „Die Mannschaft hat alles rausgehauen. So stelle ich mir Fußball auf St. Pauli vor.“

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