Der HSV und seine zahlreichen Jäger. Hier machen die Fürther Jamie Leweling (l.) und Maximilian Bauer David Kinsombi (Mitte) das Leben schwer.
  • Der HSV und seine zahlreichen Jäger. Hier machen die Fürther Jamie Leweling (l.) und Maximilian Bauer David Kinsombi (Mitte) das Leben schwer.
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Der Vorsprung ist futsch: Thriller um den Aufstieg: Behält der HSV die Nerven?

Spätestens am 23. Mai sind alle schlauer. Dann endet diese Zweitliga-Saison und zumindest in zwei Städten dürfte es nach dem Abpfiff Bier regnen. Bis dahin werden gute Nerven gefragt sein, denn dem Bundesliga-Unterhaus steht der wohl heftigste Aufstiegskampf seit Jahren bevor. 13 Spieltage stehen noch an. Die aus Hamburger Sicht gute Nachricht: Der HSV geht weiterhin als Führender ins Rennen. Die schlechte: Sein Vorsprung auf die Konkurrenz ist futsch. 

Man weiß nicht, wie Michael Mutzel reagiert hätte, wenn ihm am Sonntagvormittag ein eisiger Wind um die Ohren gepfiffen wäre und sich der Himmel in einem desaströsen Grau präsentiert hätte. Doch der strahlende Sonnenschein im Volkspark vertrieb ganz offensichtlich auch noch die leisesten Sorgen. Klar, dieses 0:0 gegen Greuther Fürth muss als zumindest kleine Enttäuschung in die Annalen dieser HSV-Saison eingehen. „Aber unser Weg ist gut“, resümierte Sportdirektor Mutzel. „Wir haben jetzt elf Spiele nicht verloren und spielen aus meiner Sicht einen sehr guten, attraktiven Fußball. Wir schießen viele Tore und ich sehe überhaupt keinen Grund, dass das einfach aufhören sollte in den nächsten Wochen.“

Der HSV kann in Kürze seinen eigenen Rekord knacken

Man mag Mutzel recht geben. In eigentlich allen Punkten. Das Problem: Wenngleich der HSV mit dem Remis gegen Fürth seinen vereinseigenen Zweitliga-Rekord aus dem Herbst/Winter 2018 einstellte und ihn mit dem nächsten ungeschlagenen Spiel brechen würde, wiegen Punktverluste momentan doppelt schwer. Die Rekordjäger sind plötzlich wieder von Jägern umzingelt.

Der Aufstiegskampf entwickelt sich zum Thriller. Am Sonntag schloss  auch noch Bochum durch das 2:0 gegen Braunschweig punktemäßig zum HSV und zu Kiel auf, alle drei Klubs haben 42 Zähler auf ihrem Konto. Fürth liegt drei Punkte dahinter. Auch der KSC (sechs Punkte hinter der Spitze) mischt plötzlich mit. Da kündigt sich ein Herzschlag-Finale an.

HSV-Sportdirektor Mutzel lobt die Konkurrenz

„Fakt ist definitiv, dass viele Mannschaften sehr viele Punkte haben“, weiß Mutzel. „Das ist außergewöhnlich. Gerade das obere Drittel der Liga ist dieses Jahr richtig gut, da haben sich in Pokalspielen auch einige Bundesligisten schwergetan. Trotzdem sollte wahrgenommen werden, dass wir auf Platz eins stehen.“

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Dennoch: Vieles deutet darauf hin, dass die Saison aufgrund der tabellarischen Lage wieder zur Zitterpartie werden dürfte. Deshalb wiegt das Remis gegen Fürth besonders schwer – denn der HSV ließ nach der Pause ein halbes Dutzend bester Gelegenheiten liegen. Festzuhalten ist aber auch: Die Profis vermitteln nicht den Eindruck, als würden sie ob des engen Tabellenbildes wackeln. Das war in den beiden Vorjahren anders.

Auf den HSV warten drei Topspiele binnen elf Tagen

Untermauern muss der HSV diese These am Sonntag in Würzburg. Beim Schlusslicht ist ein Sieg Pflicht, ehe mit dem Stadtduell bei St.Pauli (1.3.) und den Spitzenspielen gegen Kiel (8.3.) und in Bochum (12.3.) drei Topspiele binnen elf Tagen folgen. Ein Thriller in mehreren Akten – mit zurzeit völlig offenem Ende.

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