Justus Hollatz bei seinem zweiten Spiel in der Nationalmannschaft gegen Montenegro
  • Justus Hollatz bei seinem zweiten Spiel in der Nationalmannschaft gegen Montenegro
  • Foto: imago images/Eibner

Debütant: Towers-Juwel Justus Hollatz: So war es bei der Nationalmannschaft

Es ist nicht nur ein persönlicher Meilenstein, sondern auch einer für sein Team: Justus Hollatz, 19, Juwel und Point Guard der Hamburg Towers, hat bei der EM-Quali am vergangenen Wochenende in Podgorica (Montenegro) sein Debüt in der Nationalmannschaft feiern dürfen – und ist damit der erste Turm, der nun bei den ganz Großen mitspielt.

Und genau wie in der Bundesliga, wo der 1,91 Meter-Schlaks knapp sechs Punkte, zwei Vorlagen und ein Steal auflegt, spielte Hollatz mit sehr viel Energie, zeigte sich in beiden Spielen gegen die Briten und die Hausherren aus Montenegro furchtlos und gewohnt uneigennützig. Insgesamt machte er drei Punkte, darunter auch ein sehenswerter Fastbreak-Dunking.

Towers-Juwel Justus Hollatz über Länderspiel-Debüt: Gänsehaut bei der Hymne

„Es war ein sehr besonderer Moment“, erzählt Hollatz im MOPO-Gespräch. „Gerade als ich aufs Feld durfte, aber vor allem, als die Hymne abgespielt wurde. Es ist das, was sich jeder Spieler wünscht: sein Land zu repräsentieren.“

Mit seinen Leistungen sei der Marmstorfer Jung zufrieden: Er habe frei aufgespielt und sich nicht versteckt, sagt er. „Natürlich hat man in der einen oder anderen Situation gemerkt, dass es mein erstes Mal ist und mir die Abgezocktheit fehlt. Rundum bin ich aber zufrieden, weil ich ich selbst war.“ Das hätte auch Bundestrainer Hendrik Rödl besonders gelobt. „Er sagte mir, dass er zufrieden war“, so Hollatz.

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Er ist nicht der erste Hamburger, der es in die Nationalmannschaft geschafft hat: Louis Olinde und Ismet Akpinar, auch Towers-Eigengewächse schafften bereits den Sprung in den A-Kader – aber nie als Tower. Vor allem Akpinar nahm Hollatz unter seine Fittiche. „Die Chemie im Team war sehr gut, man hat sich auf Anhieb gleich verstanden.“ Die Tage seien „rasant schnell“ vorbeigegangen, auch wenn das „Bubble-Leben“ manches Mal Durchlauf bescherte.

Hollatz holt sich Inspiration bei Jackson, Jordan, Kobe und Shaq

„Ich habe dann viel gelesen, oft auf der Terrasse in der Sonne“, erzählt Hollatz. Vor allem im Buch, das er von Towers-Kollege Maik Kotsar zu Weihnachten bekam: „Phil Jackson – Eleven Rings“ – ein Manifest aus Geheimnissen und Taktiken des legendären Trainers der Chicago Bulls um Michael Jordan und der Los Angeles Lakers um Kobe Bryant und Shaquille O’Neal.

Ende Juni geht es für die deutsche Nationalmannschaft zur Olympia-Qualifikation nach Split (Kroatien). Ob Hollatz auch da wieder dabei ist? Sein vorläufiges Fazit: „Ich habe jeden Tag etwas gelernt, im Training Kleinigkeiten verbessert und wertvolle Tipps bekommen. Das alles war und ist ein großer Lernprozess.“

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