Sead Kolasinac vom Bundesliga-Schlusslicht Schalke 04 verlässt den Platz.
  • Sead Kolasinac vom Bundesliga-Schlusslicht Schalke 04 verlässt den Platz.
  • Foto: imago/Tim Rehbein/RHR-FOTO/Pool

Das Desaster nimmt seinen Lauf: Schalke geht auch gegen Gladbach unter

Schalke verhindert ein 0:4. Die kriselnde Borussia aus Mönchengladbach kam nur zu einem 3:0-Erfolg beim Schlusslicht aus Gelsenkirchen. Der Bald-Zweitligist kassierte schon vor dem Anpfiff die Absage seines vermeintlichen Retters.

An guten Tagen glaubt Ralf Rangnick vermutlich, dass er über Wasser gehen könne. Aus dem FC Schalke 04 etwas zu machen, erscheint aber selbst dem 62-jährigen „Fußball-Professor“ ein Ding der Unmöglichkeit. Am Samstag sagte er den Königsblauen ab, von denen einige ihn gern als Sportvorstand gesehen hätten – aufgrund „der zahlreichen Unwägbarkeiten innerhalb des Vereins“, wie Rangnick formulierte.

3:0! Gladbach beendet Pleiten-Serie auf Schalke

Wer auch immer den Job übernimmt, steht vor einem Abgrund, tiefer und düsterer als jeder Kohlenschacht. Denn auf dem Platz ist bei S04 gar nichts unwägbar, sondern die ewige Wiederkehr des Gleichen. Schalke-Spiele sehen längst aus wie Begegnungen im DFB-Pokal, in denen der Außenseiter aus der Regionalliga sich hinten reinstellt, den Kollegen Profifußballern auf die Nerven gehen will und auf die eine Konterchance lauert, die dem Geschehen vielleicht eine unverhoffte Wendung gibt. 

Der einzige Unterschied: Die Viertliga-Kicker zwischen Flensburg und Rosenheim haben dafür meist eine eingespielte Abwehr mit hochmotivierten Verteidigern. Schalke 04 hat Spieler wie William.

Frust auf Schalke: Grammozis wechselt William nach 20 Minuten aus

Der 25-Jährige, der von Wolfsburg aussortiert wurde, ließ erst Gladbachs Marcus Thuram ziehen, dann bekam er noch einmal die Chance, die Situation zu klären und versemmelte sie. Den folgenden Schuss von Florian Neuhaus konnte Schalke-Keeper Frederik Rönnow noch klären, doch Lars Stindl (15.) staubte zum 1:0 für die Borussia ab. Fünf Minuten später war selbst die Frustrationstoleranz von Schalke-Coach Dimitrios Grammozis erschöpft: Er holte den Brasilianer vom Platz und gab Bastian Oczipka eine Chance.

William und Thuram

Schalkes William (l.) läuft dem Gladbacher Marcus Thuram hinterher. 

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Die Gladbacher vergaben danach Chancen fast im Minutentakt, ihre Abschlussschwäche zeigte auf, warum sie ihre vergangenen sieben Spiele allesamt verloren hatten – im Grunde also der ideale Gegner für die historisch schlechteste Bundesliga-Mannschaft außerhalb Westberlins. Kurz vor der Pause kam es dann sogar zu der einen Außenseiter-Gelegenheit, als Kerim Calhanoglu (41.) abzog, Borussen-Keeper Yann Sommer damit aber vor keine größeren Probleme stellte.

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Bis zur 63. Minute waberte immerhin ein Hauch von Pokalsensation durch die verwaiste Arena auf Schalke, dann erhöhte Stefan Lainer nach einer Ecke per Kopf standesgemäß auf 2:0. Danach boxte sich Rönnow, der seine Vorderleute mit einigen Paraden im Spiel gehalten hatte, einen Kopfball von Nico Elvedi (72.) ins eigene Tor. Es war der passende Schlusspunkt.

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Schalke-Keeper Frederik Rönnow nach seinem Eigentor zum 0:3-Endstand

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Witters

„Wir haben die Konsequenz gezeigt, die uns in den letzten Spielen gefehlt hat“, atmete Borussias Nationalspieler Matthias Ginter nach dem Ende der Pleiten-Serie auf: „Wir haben es sehr gut ausgespielt und hinten nicht viel zugelassen.“ Torschütze Lainer gestand: „Die Erleichterung ist extrem groß.“ Wenn du denkst, es kann nicht schlimmer kommen, ist Schalke als Gegner gern genommen.

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