Rodrigo Zalazar jubelt mit freiem Oberkörper nach seinem Elfmetertor in Darmstadt.
  • Rodrigo Zalazar jubelt mit freiem Oberkörper nach seinem Elfmetertor in Darmstadt.
  • Foto: imago images/Jan Huebner

„Dann war es Wahnsinn“: Der FC St. Pauli hat die Stehaufmännchen der Liga

Den lästigen Auswärtsfluch konnte der FC St. Pauli auch bei Angstgegner Darmstadt nicht vertreiben. Trotzdem überwog nach dem 2:2 im Geisterspiel am Böllenfalltor die Freude. Zum dritten Mal in dieser Saison haben die Kiezkicker nach einem Rückstand noch die Kurve gekriegt und sich zumindest einen Punkt ergattert. Trainer Timo Schultz ist stolz auf seine Stehaufmännchen.

Gegen Nürnberg hatte seine Mannschaft 0:1 und 1:2 hinten gelegen und am Ende hieß es 2:2. Genau wie bei den beiden Auswärtsspielen in Bochum und nun in Darmstadt, wo die Braun-weißen, die außerhalb Hamburgs seit dem 1:0 am 2. März 2019 in Paderborn nicht mehr gewinnen konnten, jeweils ein 0:2 aufholen konnten.

Timo Schultz nach Darmstadt-Spiel zufrieden

Nach dem jüngsten Remis in Darmstadt bilanzierte Schultz: „Wir können uns auch nicht beschweren, wenn wir am Ende das dritte oder vierte Gegentor bekommen. Daher nehmen wir den Punkt gern mit. Das zeigt die große Moral meiner Truppe.“ Seine Jungs hätten nicht aufgesteckt und seien am Ende belohnt worden: „Es war sicherlich glücklich, aber wenn ich jetzt den ganzen Spielverlauf sehe, dann haben wir es uns verdient.“

Den vielen sehr guten Darmstädter Chancen nach der Pause zum Trotz habe er auch immer das Gefühl, „dass wir einen Fuß in der Tür haben, dass noch alles möglich ist, wenn wir ein Tor schießen“. Es zeichne die Mannschaft aus, dass sie immer an sich glaube.

Punktgewinn in Darmstadt „mehr als verdient“

Seine Kiezkicker empfinden diese mentale Stärke genauso. Keeper Robin Himmelmann war ob der Comeback-Qualitäten schwer beeindruckt: „Hinten raus war es dann Wahnsinn, wie wir zurückkommen.“ Und Maximilian Dittgen, St. Paulis Roadrunner auf der linken Seite, sagte: „Wir haben diesen Punkt mehr als verdient. In der ersten Halbzeit wäre es auch in Ordnung gewesen, wenn wir in Führung gegangen wären. Da hatten wir eine gewisse Überlegenheit. In der zweiten Halbzeit haben wir ein bisschen den Faden verloren und die eine oder andere Chance zugelassen. Dennoch haben wir wieder Teamgeist bewiesen.“ Stürmer Simon Makienok befand: „Dass wir noch einmal zurückgekommen sind, zeigt, dass wir einen guten Spirit haben.”

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St. Pauli mittlerweile für späte Tore bekannt

Das beweisen die Stehaufmännchen auch durch ihre späten Tore: Fünf ihrer zehn Saisontreffer erzielten sie nach der 77. Minute – weil sie topfit sind: In Darmstadt legten sie fast drei Kilometer mehr zurück als die Gastgeber (114,6 Kilometer). Ein kompletter Gegensatz zu 2019/20. Da schafften die St. Paulianer lediglich acht Treffer in sieben von 34 Spielen nach einer Stunde. Beim 1:1 in Osnabrück, dem 1:1 gegen Bochum und dem 2:2 in Sandhausen gab’s bloß drei „Wende-Punkte“. Und mit dem Sieg im Pokalspiel bei Viertligist Lübeck konnte nur eine Partie nach Rückstand in die richtigen Bahnen gelenkt werden. Nach einem 0:2-Rückstand gewann man nach einem 3:3 (2:2, 0:1) nach Verlängerung noch mit 7:6 im Elfmeterschießen.

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