Jetzt wird es ernst: Alfred Gislason (Mitte) und Deutschlands Handballer treffen zum WM-Auftakt auf Uruguay.
  • Jetzt wird es ernst: Alfred Gislason (Mitte) und Deutschlands Handballer treffen zum WM-Auftakt auf Uruguay.
  • Foto: imago images/Andreas Gora

Corona-Chaos bei der WM: Ägypter ließen doch Zuschauer in die Arena

Am Freitagabend beginnt für das DHB-Team der WM-Blindflug in Ägypten. Von Vorfreude ist vor dem Turnier-Auftakt der Deutschen gegen Uruguay (18 Uhr, ARD live) rein gar nichts zu spüren. Stattdessen regiert die Sorge. Kann das wirklich alles gut gehen?

Alfred Gislason sprach mit belegter Stimme. „Die Corona-Diskussion hängt über der WM – ob man will oder nicht“, sagte der Bundestrainer am Donnerstag. Derweil nimmt die Kritik an der WM-Austragung und der zweifelhaften Sicherheit in der Turnier-Blase eher zu als ab.

Handball-WM: Für das DHB-Team zählt gegen Uruguay nur ein Sieg

Die Angst spielt mit. Sportlich dürften die ersten Spiele gegen Uruguay und auch gegen Kap Verde am Sonntag für Kapitän Uwe Gensheimer und das DHB-Team keine Probleme darstellen. Für Gislason, der in sein erstes Turnier als Bundestrainer startet, zählen daher nur Siege: „Wir müssen gewinnen und die Spiele nutzen, um uns noch besser einzuspielen und unsere taktischen Varianten in Angriff und Abwehr ausbauen.“

Die Corona-Sorgen liegen aber weiter wie ein dunkler Schatten über dem Turnier, die Angst vor einem Ausbruch innerhalb der Blase ist allgegenwärtig. Für neue Schlagzeilen sorgte die Tatsache, dass beim Eröffnungsspiel Ägyptens gegen Chile (35:29) trotz Publikumsverbots mehrere Hundert Zuschauer in der Halle gewesen sein sollen. Unter ihnen viele Prominente wie etwa der ägyptische Präsident Abdel Fatah al-Sisi und Weltverbandspräsident Hassan Moustafa.

Corona-Chaos: Heftige Kritik an den Organisatoren der Handball-WM

„Ein Skandal“, titelten das dänische Ekstra-Bladet sowie das schwedische Aftonbladet. Nach einem Aufschrei der Spieler und einem Brief von 14 Kapitänen, darunter Gensheimer, hatte die IHF erst Anfang der Woche zugesichert, Zuschauer in den Hallen zu verbieten. Der Vorfall von Mittwochabend war nicht das erste Versprechen, das die WM-Organisatoren nicht einhalten konnten – oder wollten.

Auch im DHB-Lager sind die beim Weltverband beanstandeten Corona-Mängel nicht alle behoben. „Das sind Umstände, die wir uns anders vorgestellt hatten und die uns anders zugesagt worden sind“, so Gislason. „Das ist so. Es scheint nicht möglich, daran etwas zu ändern.“

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Angereist ist mittlerweile das Team Kap Verdes, das zuvor unter Corona-Fällen litt. Der deutsche Gruppengegner wohnt isoliert in einem anderen Hotel. (mp/sid)

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