Khaled Narey (l.) und Aaron Hunt waren nach dem Schlusspfiff ratlos.
  • Khaled Narey (l.) und Aaron Hunt waren nach dem Schlusspfiff ratlos.
  • Foto: imago images/Eibner

Bitteres 3:3: Totale HSV-Dominanz in Aue – und dann noch fast verloren

Dieser Punkt fühlte sich wie eine Niederlage an. Mit einem 3:3 und reichlich Frust im Gepäck machte sich der HSV aus dem Erzgebirge auf den Weg zurück nach Hause. Weil er nach einer 3:1-Pausenführung jede Souveränität einbüßte und in Aue fast noch unter die Räder kam.

Es waren enttäuschte Augen, die sich nach dem Abpfiff im obligatorischen Team-Kreis auf dem Rasen ansahen. So richtig konnten sie es selbst nicht fassen. Was war das denn? Eine Halbzeit lang spielte der HSV die Erzgebirgler an die Wand, hätte sogar höher führen müssen.

Terodde in Aue

Simon Terodde traf in Aue doppelt.

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WITTERS

Und am Ende wäre ihnen beinahe auch noch der eine Punkt entglitten. Die HSV-Serie, mit nun zehn Partien in Folge ohne Niederlage, hielt. Aber so hatten sie sich das nicht vorgestellt.

Zur Halbzeit war die HSV-Welt in Aue in Ordnung

Die Konkurrenz im oberen Tabellendrittel hatte auf ein Hamburger Zeichen der Schwäche gehofft. Sie bekamen es serviert, wenngleich zunächst gar nichts dafür sprach. 45 Minuten lang bot der HSV im Auer Dauerregen eine meisterhafte Leistung und münzte diese auch in Treffer um.

Terodde nickte Jattas Schuss zur Führung ein, obwohl er dies gar nicht mehr gebraucht hätte – der Ball wäre auch so reingegangen (14.). Nach Heyers Pfostenschuss traf Kinsombi dann nach Doppelpass mit Kittel zum 0:2 (22.).

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Es lief. Wie aus einem Guss. Aues Anschlusstor nach einem Konter, den Hochscheidt veredelte (26.) deutete zwar schon an, dass der HSV ein wenig zur Selbstverliebtheit neigte. Doch nachdem Kittel gefoult wurde, stellte Terodde per Strafstoß den alten Abstand wieder her. Das 3:1 (30.), sein 19. Saisontreffer und siebter Doppelpack dieser Saison.

Aue ärgert den HSV im zweiten Durchgang

So weit, so stark. Und so schien es weiterzugehen, als Hunt kurz nach dem Wechsel den Pfosten traf (49.). Rein gar nichts sprach zu diesem Zeitpunkt für ein Comeback der Heimelf.

Das aber kam. Und zwar so unerwartet, dass es an verschiedene Partien der vergangenen beiden Jahre erinnerte, in denen der HSV auf fahrlässige Weise Siege verspielte – und am Ende nicht aufstieg.

Thioune sah das Übel kommen, der Trainer brüllte an der Seitenlinie. Doch es nutzte nichts. Nach Fandrichs Anschlusstor (50.) verlor der HSV seine Linie total. Die weichen Knie waren bis auf die Tribünen hinauf erkennbar, Aue sah seine Chance – und ergriff sie.

Krüger traf sehenswert zum Ausgleich (61.), da gingen die Schultern der HSV-Profis nach unten. Testroet hätte die Hausherren fast noch zum Sieg geschossen (75.).

Das sagt HSV-Stürmer Simon Terodde zum Aue-Remis

Was dem HSV blieb, war ein Punkt. Und viele Fragezeichen. Wo war es nach der Pause hin, das Selbstvertrauen der ersten Hälfte? Wieso brach der so souverän auftretende Spitzenreiter plötzlich ein?

Teroddes Fazit: „Die erste Halbzeit war richtig gut, die zweite Halbzeit schlecht. Das Ergebnis ist für uns sehr enttäuschend.“

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