• Noch Frankfurt-Trainer Adi Hütter konnte mit der Leistung seiner Mannschaft gegen Gladbach nicht zufrieden sein.
  • Foto: imago images/Ulrich Hufnagel

Beim neuen Klub des Trainers: Frankfurt kriegt die Hütter voll

Adi Hütter klatschte mit grimmiger Miene seine Spieler ab, nahm Marco Rose kurz in den Arm und verschwand dann flugs in der Kabine. Bei seinem künftigen Arbeitgeber Borussia Mönchengladbach hat der Trainer mit Eintracht Frankfurt eine deftige 0:4 (0:1)-Niederlage kassiert. Für die Hessen war es nach einer Woche voller Enttäuschungen ein Dämpfer im Kampf um die erstmalige Qualifikation für die Champions League.

„Wir haben kaum die erste Linie überspielt, da wir nicht schnell genug gespielt haben. In der zweiten Halbzeit sind wir gut rausgekommen, mein Fehler killt dann das Spiel“, sagte Nationaltorhüter Kevin Trapp bei Sky über seinen Patzer beim vorentscheidenden Gegentreffer von Jonas Hofmann (60.).

Nach Bobic und Hütter-Abgang: Nächster Rückschlag für Frankfurt

Die Niederlage stehe aber in „keinem Zusammenhang“ zu Hütters Entscheidung, betonte Trapp. „Das wäre zu einfach, es daran festzumachen“, sagte auch Sebastian Rode. Am Sonntag kann Borussia Dortmund den Rückstand auf den Tabellenvierten auf vier Punkte verkürzen. „Gegen Augsburg müssen wir am Dienstag wieder ein anderes Gesicht zeigen“, forderte Rode daher.

Neben Hofmann trafen auch Matthias Ginter (10.), Ramy Bensebaini (67.) und Hannes Wolf für die Borussia, die ihre Europapokal-Ambitionen unterstrich. Die Eintracht enttäuschte nach drei Siegen in Folge dagegen vor allem nach der Pause, wenige Tage nach den verkündeten Abgängen von Hütter und Sportvorstand Fredi Bobic nach Berlin gab es auch auf dem Rasen einen Rückschlag.

Gladbacher Standardspezialisten deklassieren Frankfurt

„Wir wollen Geschichte schreiben“, hatte Hütter vor dem Beginn seiner Abschiedstournee angesichts der historischen Chance auf die Champions League gesagt. Sein Team überließ aber zunächst der Borussia das Feld, die in der Offensive mit variablem Spiel die Eintracht vor Probleme stellte. Hütter hielt es kaum auf der Bank, der Coach stand meist mit verschränkten Armen am Spielfeldrand und gab lautstark Anweisungen.

Hütters Laune wurde nach zehn Minuten noch schlechter: Nach einer Ecke des von einer Coronapause zurückgekehrten Hofmann durfte Ersatz-Kapitän Ginter völlig unbedrängt zur Führung einköpfen. Für die Borussia war es das 20. Saisontor nach einem ruhenden Ball – Ligabestwert. Ginter führte das Team an, weil sowohl Torjäger Lars Stindl (Muskelfaserriss) als auch Torhüter Yann Sommer (Rotsperre) fehlten.

Wolf setzt den Schlusspunkt in einer torreichen Partie

Bis zur Pause gewann die Eintracht sogar die Oberhand. Mit der gleichen Elf wie beim spektakulären 4:3 gegen Wolfsburg eine Woche zuvor hielten die Hessen das Tempo hoch, hatten aber auch Glück, als Schiedsrichter Deniz Aytekin nach einem Handspiel von Ilsanker keinen Elfmeter gab (39.).

Nach der Pause rutschte Hofmanns Schuss unter dem Körper von Trapp ins Tor, dann köpfte Bensebaini zum 3:0 ein. Wolf setzte den Schlusspunkt.

Hütters Plan „ist komplett schiefgegangen“

„Natürlich wollten wir hier punkten, aber die Leistung war nicht entsprechend. Wir waren nicht so griffig wie in den Spielen zuvor, speziell bei den Standards. Wir müssen das relativ schnell abhaken. Es gibt so Tage, an denen man lange spielen kann, ohne ein Tor zu erzielen. Wir haben alles probiert, es ist komplett schiefgegangen“, erklärte der zukünftige Gladbach-Trainer nach dem Spiel.

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Deutlich besser lief es für seinen Gegenüber, der ab der kommenden Saison Terzic in Dortmund beerben wird. „Das war ein sehr, sehr gutes Spiel meiner Mannschaft. Wir haben es geschafft, Frankfurt relativ selten in ihr Spiel kommen zu lassen. Wir hatten eine gute Anfangsphase. Die Standards waren heute wieder einmal unser Schlüssel. Für uns geht es jetzt darum, dass wir den Schwung mitnehmen. Die Spiele werden weniger, und wir laufen immer noch hinterher“, resümierte Rose nach Abpfiff. (mp/sid)

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