• Mahmoud Charr will es noch einmal wissen
  • Foto: imago images/Torsten Helmke

Bauchschuss überlebt: Deutscher Boxer will mit künstlicher Hüfte Weltmeister werden

Der „Diamond Boy“ Mahmoud Charr wollte immer mit aller Macht in den Ring. Nichts konnte den „Weltmeister im Wartestand“ aufhalten, nicht einmal eine Arthrose in beiden Hüften. Jetzt kämpft der 36-Jährige wieder.

„Ich bin der Boxer, der einen Bauchschuss überlebt hat und mit Titan-Hüften Weltmeister wird“, hatte Kölns selbst ernannter „Sechs-Millionen-Dollar-Mann“ nach seiner Operation im Mai 2017 angekündigt. Dort wurden ihm zwei künstliche Hüftgelenke eingesetzt. Zwei Jahre zuvor war er in einem Döner-Imbiss angeschossen worden.

Nach Bauchschuss und Arthrose: Charr steigt wieder in den Ring

Nun steigt er endlich wieder in den Ring, Charr will es in seinem zweiten Kampf nach dem Eingriff allen zeigen. Im Sportstudio Baaden in Köln gibt er am Samstag gegen Christopher Lovejoy aus den USA nach seinem vielbeachteten WM-Triumph im November 2017 gegen den Russen Alexander Ustinow sein Comeback. Und die Hüften? Die „halten, sind sehr stabil und stark. Ich habe eine Beinarbeit wie Muhammad Ali“, sagte er der „Bild“.

Charr will noch gegen Joshua oder Fury boxen

Umhauen soll ihn nichts mehr. Auch nicht Lovejoy, der in allen 19 Profikämpfen unbesiegt ist. Obwohl es sein erster Kampf seit langer Zeit ist, ließ sich Charr im Vorfeld nicht davon abhalten, gleich auch über ganz andere Gegner zu sprechen. Sein Ziel sei es, „noch den ganz großen Kampf zu bekommen gegen Anthony Joshua oder Tyson Fury“. Momentan sind die beiden Könige des Schwergewichts jedoch meilenweit entfernt.

Charr und Ceylan wittern Intrige von Box-Promoter Don King

Erst vor Kurzem hatte Charr, lange regulärer Weltmeister des Verbands WBA, seinen Gürtel am Grünen Tisch verloren. Derzeit wird der Kölner mit syrisch-libanesischen Wurzeln als „Champion in Recess“ (Weltmeister im Wartestand) geführt.

Der Titel war ihm aberkannt worden, nachdem er diesen Anfang des Jahres nicht gegen Trevor Bryan (USA), Schützling der Promoter-Legende Don King, in den Staaten verteidigen konnte. Verantwortlich machten Charr und sein Hamburger Promoter Erol Ceylan dafür King. Dieser habe verhindert, dass Charr das nötige Visum bekam. 

Comeback nach mehr als drei Jahren: Charr boxt gegen Lovejoy

Es ist nicht zustande gekommen, weil Don King eine Unterschrift nicht gemacht hat für das P1-Visum. Er hat den Kampfvertrag nicht unterschieben“, so Charr: „Erol hat gesagt: Das ist Schikane von Don King. Der wird den Kampf gegen dich niemals führen, weil er wusste, dass sein Boxer gegen mich verliert.“

Auch in den Jahren zuvor war es aus verschiedenen Gründen, unter anderem wegen eines positiven Dopingtests und der Corona-Pandemie, nie zu Charrs erster Titelverteidigung gekommen.

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Auch Lovejoy ist ein Schützling Kings, und Charr wie Ceylan ließen durchblicken, dass King auch diesen Fight zu verhindern versucht. Davor hatte Charr zuletzt am 25. November 2017 im Ring gestanden, als er gegen den Russen Alexander Ustinow den WBA-Titel gewann.

Danach folgte eine mediale Posse um einen deutschen Pass, den Charr erst später eingestand nicht zu besitzen. Nun will er jedoch wieder angreifen: „Ich hätte vielleicht aufhören können, aber ich bin noch nicht am Ende“, sagt er: „Es brennt etwas in mir.“ (sid)

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