Rückraumspieler Philipp Bauer und seine Mitspieler vom HSV Hamburg waren nach der Heim-Niederlage gegen Großwallstadt total frustriert.
  • Rückraumspieler Philipp Bauer und seine Mitspieler vom HSV Hamburg waren nach der Heim-Niederlage gegen Großwallstadt total frustriert.
  • Foto: WITTERS

Aufstiegs-Prüfung: Knick oder Knacks? Hamburgs Handballer müssen Heim-Schock wegstecken

Den Rückschlag im Aufstiegsrennen haben sich Hamburgs Handballer selbst zuzuschreiben. Bestenfalls war die ebenso überraschende wie schmerzhafte Heimniederlage des Spitzenreiters gegen den TV Großwallstadt ein Warnschuss zur rechten Zeit, schlimmstenfalls ein Stolperer mit Langzeitwirkung. Die entscheidende Frage lautet: Knick oder Knacks?

„Dieses Gefühl“, stöhnte Sebastian Frecke, Geschäftsführer des HSVH, nach dem 27:28 gegen den TVG am frühen Sonntagabend, „habe ich nicht vermisst.“

Für die Hamburger war es nicht nur die erst dritte Niederlage der Saison, sondern auch die erste in eigener Halle, in der sie bis zum Sonntag saisonübergreifend sogar 18 Monate lang ungeschlagen waren. Als Verlierer vom Feld und in die heimische Kabine zu schleichen – absolut ungewohnt.

HSV Hamburg: Steckt das Team den Großwallstadt-Schock weg?

Was macht die Niederlage nach zuvor 14 Siegen und einem Remis mit der zuvor so selbstbewussten und auch gefestigten Mannschaft?

„Mit dem Ding müssen wir erstmal umgehen“, wusste Trainer Torsten Jansen schon direkt nach dem Spiel um den Wirkungstreffer. „Wir müssen das jetzt aus den Köpfen bekommen.“

Trainer Torsten Jansen kritisiert „dämliche“ Gegentore

Es war einiges schiefgelaufen bei seiner Mannschaft. Der HSVH hatte  sich im Angriff ungewohnte und laut Jansen „unerklärliche Fehler“ geleistet und trotz zweimaliger Drei-Tore-Führung in der letzten Viertelstunde den Sack nicht zumachen können.  In der Defensive habe sein Team  „immer wieder dämliche Tore und dämliche Zwei-Minuten-Strafen kassiert“, kritisierte der Coach .

Dramatisches ist dennoch nicht passiert. Noch nicht. Die Hamburger sind weiter Tabellenführer, wenngleich sich der Vorsprung auf Gummersbach auf zwei Punkte halbiert hat. Dramatisch wird es nur, wenn die Niederlage den HSVH nachhaltig aus dem Tritt bringt.

HSV Hamburg: Vorsprung auf Gummersbach halbiert

„Es ist vielleicht ein kleiner Knick“, sagt Rückraumspieler Leif Tissier. Aber von einem schweren Rückschlag, der das Team möglicherweise aus der Spur bringen könnte, wollte der 21-Jährige nichts wissen. „Mittwoch in Hamm wollen wir es besser machen, alles reinwerfen und zwei Punkte holen.“

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Das Auswärtsspiel beim ASV Hamm-Westfalen ist nicht nur eine sportliche Herausforderung, sondern nun auch ein Mentalitäts-Test vor dem langen Endspurt, in der dem HSVH immer noch 14 Spiele bevorstehen.

HSV Hamburg will gegen ASV Hamm Wiedergutmachung

Der Ausrutscher dürfte die Konkurrenz ermutigen. Auch Hamm wird hoffen, auf einen verunsicherten Spitzenreiter zu treffen. Die Hamburger wiederum könnte die Aussicht auf schnelle Wiedergutmachung beflügeln. Dann wäre die Niederlage nur ein Knick – und der HSVH wieder auf Kurs.

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