Nach dem Remis gegen Karlsruhe ist der Blick auf die Tabelle für den HSV ernüchternd.
  • Nach dem Remis gegen Karlsruhe ist der Blick auf die Tabelle für den HSV ernüchternd.
  • Foto: WITTERS

Armutszeugnis gegen Karlsruhe: Der HSV spielt in der Liga, die er verdient

Das dürfte es dann wohl gewesen sein. Den Worten des HSV folgten gegen den Karlsruher SC erneut keine Taten. Im Gegenteil: Beim 1:1 (0:0) bot der HSV über weite Strecken eine abermals unterirdische Leistung an und hat drei Spieltage vor dem Saisonende nur noch vage Chancen auf den Aufstieg. Das Projekt Rückkehr in die Bundesliga ist wohl in Kürze erneut krachend gescheitert.

Der Regen prasselte heftig auf das Stadiondach im Volkspark und untermalte nur noch die dazu passende Gefühlswelt der Hamburger. Wieder nichts. Erneut nur ein Pünktchen statt des so dringend benötigten Siegs. Bei nun fünf Zählern Rückstand auf Greuther Fürth dürfte Platz zwei weg sein und auch der Strohhalm Relegation ist für den HSV in größter Gefahr. Kiel, das zwei Zähler hinter dem Team von Daniel Thioune liegt, hat noch drei Spiele nachzuholen.

Zwei Punkte aus vier Spielen – der HSV ist nicht aufstiegsreif

Allerdings: So, wie der HSV seit Wochen auftritt, verbietet sich auch jeder Gedanke an die Bundesliga. Wer gegen Darmstadt (1:2), Quarantäne-gebeutelte Sandhäuser (1:2), Regensburg (1:1) und einen total ersatzgeschwächten KSC nur zwei magere Pünktchen holt, spielt in genau der Liga, in die er gehört.

Sie wussten genau, dass es das gewesen sein dürfte. Mit hängenden Köpfen lauschten die HSV-Profis Thiounes Worten nach der Partie. Keine Spur mehr von Begeisterung oder Feuer. Da war nur noch Leere. So, wie zuvor weitestgehend in der Partie.

1:1 gegen Karlsruhe: Der HSV kann mit seinen Ansprüchen nicht mithalten

Dabei hatte Thioune anderes versprochen. „Wir werden alles rausblasen – mit Ball und gegen den Ball“, sagte der Trainer vor der Partie. Zu sehen war davon höchst selten etwas. Weil der HSV bei allem Willen, den man ihm nicht absprechen möchte, mental überhaupt nicht mehr in der Lage zu sein scheint, mit seinen Ansprüchen mitzuhalten.

Das merkte auch der KSC, der schnell zum ebenbürtigen Gegner wurde. In Führung ging trotzdem der HSV. Weil Terodde per Strafstoß (Gueye wurde an der Hand getroffen) zwar scheiterte, aber im Nachsetzen sein 21. Saisontor erzielte – 1:0 (56.). Der HSV-Torjäger zog damit an der Spitze der Schützenliste wieder mit Darmstadts Serdar Dursun gleich.

Gjasula rutscht aus: Auch die Führung gab dem HSV keine Sicherheit

Aber so ist er eben, der HSV – ein komplett fragiles Gebilde. Statt durch die Führung an Sicherheit zu gewinnen, ging der Schuss sofort nach hinten los. Gjasula rutschte bei Wanitzeks Flanke aus und Gordon köpfte postwendend zum Ausgleich ein – 1:1 (57.).

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Danach waren die Hamburger Profis gebrochen. Zwei Halbchancen von Kittel (65./80.), das war’s. Nicht nur bezogen auf die Partie, sondern wohl auch auf den Aufstieg. Denn um Wunder zu schaffen, müsste der HSV erst mal selbst wieder gewinnen. Davon ist er zurzeit meilenweit entfernt.

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