Auf die HSV-Profis wartet nach dem Auftritt am Freitag gegen Darmstadt eine 15 Tage lange Spielpause.
  • Auf die HSV-Profis wartet nach dem Auftritt am Freitag gegen Darmstadt eine 15 Tage lange Spielpause.
  • Foto: WITTERS

Angst vor Corona-Chaos: Zwei Spielausfälle! So geht es für den HSV nun weiter

Jetzt droht der Zweiten Liga ein Termin-Chaos! Nachdem sich am Dienstag der KSC in eine 14 Tage lange Team-Quarantäne begeben musste, wurde am Mittwoch publik, dass es zum Wochenstart bereits den SV Sandhausen erwischte. Doppelt betroffen ist der HSV: Die Partien gegen beide Vereine müssen mitten im Saison-Endspurt verlegt werden.

Die bittere Nachricht verbreitete sich am Mittwoch um kurz nach 11 Uhr, von da an herrschte auch im Volkspark rege Betriebsamkeit. Was bedeutet das alles für den HSV? Wann können die Spiele nachgeholt werden? Fragen über Fragen – dabei konnten sie für den ganzen Schlamassel nicht mal was.

HSV: Zwei der nächsten drei Gegner in Corona-Quarantäne

Nun also auch Sandhausen. Dem HSV platzte damit binnen weniger Stunden das zweite Spiel weg. Nach der Heimpartie an diesem Freitag gegen Darmstadt wären binnen vier Tagen erst die Sandhäuser (16.4.) und dann der KSC (20.4.) Gegner der Hamburger gewesen. 

Während die DFL am Donnerstag das Sandhausen-Spiel offiziell abgesagt hat, ist die Partie des HSV gegen den KSC aktuell noch angesetzt. Die DFL wolle darüber Ende der kommenden Woche kurzfristig entscheiden, hieß es in einer Mitteilung. Ein Ausfall bleibt aber wohl unausweichlich.

Wie andere Konkurrenten zuvor wird damit jedenfalls auch der HSV aus dem Spiel-Rhythmus gerissen. Noch wurden die beiden Partien von der DFL nicht neu terminiert. Daniel Thioune und seine Profis aber werden sich nach dem Darmstadt-Kick auf eine Spielpause von 15 Tagen einstellen müssen, ehe sie dann in Regensburg antreten (24.4.).

HSV-Trainer Thioune richtet den Fokus nur auf Darmstadt

Thioune ist versucht, die Angelegenheit komplett sachlich zu beurteilen. Und zu ignorieren, so weit es möglich ist. Erstmal zählen nur der Freitag und Darmstadt, ließ er wissen. „Wir müssen sehen, dass wir uns darauf konzentrieren. Dann sehen wir, was passiert.“

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Ziemlich sicher dürfte es für den HSV anschließend Schlag auf Schlag gehen. Als hilfreich könnte sich dabei ein Schlupfloch erweisen, das DFL und DFB im Spielplan berücksichtigten. Das Wochenende vom 30.4. bis 2.5. war bislang lediglich für die beiden DFB-Pokal-Halbfinalspiele reserviert, während der Liga-Betrieb ruhen sollte. Zu erwarten ist, dass die Karlsruher (die Partien gegen Düsseldorf, Aue und den HSV verlegen müssen) und Sandhausen (trifft auf Fürth, den HSV und Kiel) ihre Nachholspiele rund um dieses Wochenende in Form von englischen Wochen austragen werden.

Auf den HSV dürften zwei englische Wochen warten

Die wahrscheinlichste Variante, die sich dadurch für den HSV ergibt: Er könnte am Samstag oder Sonntag (1./2. Mai) in Sandhausen spielen, dann innerhalb der Woche (4./5. Mai) den KSC empfangen – und hätte anschließend, wie im Spielplan vorgesehen, am 10. Mai (Montag) wieder Heimrecht gegen Nürnberg.

So weit, so gut. Und durchaus noch planbar. Längst aber geht in der Liga die Angst um. Denn jeder weitere Corona-Ausfall einer Mannschaft könnte für ein Loch im Spielplan sorgen, das kaum noch zu stopfen ist. Am 23. Mai soll der letzte Zweitliga-Spieltag steigen, in der Woche danach die Relegation. Puffer gibt es aufgrund der nahenden EM (ab 11.6.) eigentlich nicht mehr.

Muss der HSV bald ins Quarantäne-Trainingslager?

Immer wahrscheinlicher wird nun die Variante, dass die DFL alle 36 Erst- und Zweitligavereine im Saison-Endspurt doch zur Durchführung von Quarantäne-Trainingslagern auffordern wird. Diese Möglichkeit wurde bereits für die zweite April-Hälfte diskutiert, am Dienstag aber verworfen. Richtung Mai könnte sie nun umgesetzt werden, um das geplante Saisonende gewährleisten zu können. Der HSV erhielt diesbezüglich aber noch keine Ansage seitens des Verbandes.

Thioune ist offen. Er sei erstmal froh gewesen, dass kein Trainingslager angesetzt wurde, „ich schlafe lieber im eigenen Bett“. Dennoch weiß er um die Sinnhaftigkeit einer Gruppen-Quarantäne, um die Gefahr von Spielausfällen zu verringern: „Man muss sich Gedanken machen, ob der Zeitpunkt nochmal kommt. Wir sind offen, gut aufgestellt und vorbereitet.“

Das HSV-Hygienekonzept gilt in der Liga als vorbildlich

Irritiert bis verwundert zeigt man sich im Volkspark derweil darüber, wie die Hygieneregeln ligaweit mitunter umgesetzt werden. Der HSV gilt diesbezüglich als Vorbild, lässt seine Spieler auch außerhalb geforderter Testungen per Drive-In-Verfahren überprüfen. So gelang es vor drei Wochen, die Corona-Erkrankung von Angreifer Simon Terodde zu erkennen, noch bevor er auf seine Teamkollegen traf. Deshalb blieb dem HSV eine Mannschafts-Quarantäne erspart. Ein Vorgehen, dass logistisch wohl bei allen Vereinen umsetzbar wäre.

Andere Zweitligisten aber gehen deutlich laxer mit der Gefahr um. Beim Gastspiel in Aue Anfang Februar etwa staunten die Hamburger nicht schlecht, als sie bemerkten, dass der VIP-Raum im Stadion geöffnet und auch ordentlich belegt war. Mit der Maskenpflicht nahm man es im Erzgebirge auch nicht so genau. Auch in Würzburg sollen sich in den Katakomben skurrile Szenen abgespielt haben.

Zwei HSV-Gegner geraten nun komplett aus dem Rhythmus

Klar ist aber auch: Die Corona-Fälle in Karlsruhe und Sandhausen könnten dem HSV sogar zum Vorteil gereichen. Beide Gegner werden zwei Wochen lang nicht trainieren – und verlieren dadurch ihren Rhythmus. Wie schwer das wiegen kann, erfuhr gerade Kiel, das nach seiner Corona-Zwangspause erst in Bochum (1:2) und dann in Heidenheim (0:1) unterlag.

Thioune hofft, dass diese so verrückte bis frustrierende Saison ein gutes Ende findet. „Ich hoffe, dass alles sportlich entschieden wird und nicht aufgrund eines Virus“, lautet sein Resümee. Doch die vergangenen Tage haben gezeigt: Sicher ist in dieser Serie gar nichts.

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