Ermedin Demirovic und die Freiburger konnten es nicht fassen. Der Ausgleich in der fünften Minute der Nachspielzeit zählte nicht.
  • Ermedin Demirovic und die Freiburger konnten es nicht fassen. Der Ausgleich in der fünften Minute der Nachspielzeit zählte nicht.
  • Foto: picture alliance/dpa

Ärger um Zentimeter-Abseits: Freiburg hadert mit Video-Drama in der Nachspielzeit

In der fünften Minute der Nachspielzeit riss Freiburg-Trainer Christian Streich seine Arme nach oben – die Erleichterung war ihm anzusehen. In allerletzter Sekunde erzielte Keven Schlotterbeck den vermeintlichen Freiburger Ausgleich bei Borussia Mönchengladbach (1:2). Nach Videobeweis zeigte sich allerdings: Fünf Stationen vor dem Torschützen stand Lucas Höler mit der Hacke hauchzart im Abseits. Und aus Streichs Freude wurde grenzenlose Enttäuschung.

„Dass da irgendwo eine Hacke ist und fünf Pässe später immer noch Abseits – okay. Damit müssen wir leben“, sagte ein sichtlich enttäuschter Streich bei DAZN. In der Tat waren nach der Abseitsstellung von Höler noch vier weitere Freiburger am Ball, bevor dieser im Tor landete. „Ich akzeptiere das“, murmelte Streich. So richtig einverstanden wirkte er damit aber nicht.

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Am Ende ging es um Zentimeter. Beim Zuspiel stand Höler minimal mit der Ferse im Abseits, bevor er den Ball über vier Stationen zum Fast-Torschützen Schlotterbeck gelang. Eine regeltechnisch richtige Entscheidung – die in Freiburg aber Enttäuschung und teilweise auch Unverständnis auslöste.

Das konnte Gladbach-Trainer Marco Rose überhaupt nicht verstehen. „Das ist klares Abseits“, betonte er. „Das muss man auch als Linienrichter sehen. Wir gehen aktuell immer mehr in die Richtung, dass bei klarem Abseits die Fahne nicht mehr gehoben, sondern es danach entscheiden wird. Aber das ist für mich ganz klar.“

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Auch bei der Unmittelbarkeit zum Tor, die Streich in Frage stellte, wollte Rose keine Diskussionen zulassen. „Wir haben letztes Jahr ein Tor abgepfiffen bekommen, da hat Oscar Wendt am eigenen Strafraum jemanden angeblich gefoult. Da sind eineinhalb Minuten vergangen bis zum Tor. Und da sind wir ja sogar im letzten Drittel“, stellte Rose klar.

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Die Freiburger Enttäuschung könnte das natürlich nicht mildern. „Das ist sehr, sehr bitter für uns“, ärgerte sich Torhüter Florian Müller. Die Breisgauer waren in der ersten Halbzeit die klar bessere Mannschaft, hätte mit „mindestens drei Toren“ führen können, ist sich Müller sicher. Nach der Pause ließ Freiburg aber nach, offensiv war fast gar nichts mehr zu sehen. Bis in die Nachspielzeit.

„Das am Ende hat das Spiel für uns abgerundet“, sagte Müller. Und Teamkollege Christian Günter musste konstatieren: „Nach dieser ersten Hälfte hätte wohl keiner geglaubt, dass wir dieses Spiel noch verlieren.“ (rmy)

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