Die Dortmunder Spieler um den gefoulten Emre Can (l.) waren mit der Entscheidung von Schiedsrichter Marco Fritz gar nicht einverstanden.
  • Die Dortmunder Spieler um den gefoulten Emre Can (l.) waren mit der Entscheidung von Schiedsrichter Marco Fritz gar nicht einverstanden.
  • Foto: WITTERS

Ärger nach Topspiel: Schiedsrichter und DFB reagieren auf Kritik von BVB-Star Reus

Foul oder kein Foul von Leroy Sané an Emre Can? Die entscheidende Szene aus dem deutschen Spitzenspiel zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund (4:2) sorgt weiter für Diskussionen. Während sich Spieler und Verantwortliche beim BVB einig sind, reagiert nun Schiedsrichter Marco Fritz selbst auf die heftigen Worte von Kapitän Marco Reus. Auch der DFB hat eine eindeutige Meinung.

Auf Seiten von Borussia Dortmund gibt es ein klares Meinungsbild zur Situation – drei Klub-Funktionäre, eine Ansicht. „Für mich hat eine Fehlentscheidung das Spiel entschieden, zumal sie in der 88. Minute und nicht in der 60. passierte“, sagte zum Ersten Sportdirektor Micheal Zorc dem „Kicker“.

Zoff im Topspiel: Dortmund sieht Foul von Sané an Can

Zum Zweiten schloss sich Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke diesem Standpunkt gegenüber der „Bild“ an: „In meinen Augen ein klares Foul.“ Und zum Dritten gibt es auch für Lizenzspieler-Chef Sebastian Kehl keine zwei Meinungen: „Es war ein klares Foulspiel. Er hätte pfeifen müssen“, sagte dieser bei Sport1.

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Keine dieser Aussagen kommt jedoch heran an die Worte, die Kapitän Reus nach Schlusspfiff wählte. Mit Blick auf das vermeintliche Foul während der Entstehung des Goretzka-Führungstreffers wetterte dieser einen Bayern-Bonus und giftete in Richtung Schiedsrichter Marco Fritz: „Für mich hat der Schiri keine Eier gehabt, da zu pfeifen.“

„Keine Eier gehabt“: Schiri Marco Fritz antwortet Marco Reus 

Der Referee selbst hat sich nun gelassen zu den Vorwürfen geäußert. „Zu Herrn Reus sage ich nichts“, wird Fritz von der „Bild“ zitiert. Was zu sagen hatte er aber noch zu der umstrittenen Szene: „Ich bin weiterhin der Meinung, dass es kein Foulspiel war. Es passt zu der Linie, die ich hatte.“ Ein Oberkörper-Duell mit zwei angelegten Armen sei aus seiner Sicht „kein Foulspiel“.

Auch der DFB hat sich mittlerweile zu Wort gemeldet und den Referee angesichts der scharfen Reus-Vorwürfe verteidigt. „Die in der ersten Enttäuschung sicherlich auch in der Form überzogene Kritik hat diese Spielleitung ganz sicher nicht verdient“, teilte die Sportliche Leitung der Elite-Schiedsrichter beim DFB mit Chef Lutz Michael Fröhlich mit.

DFB sieht keine Fehlentscheidung von Schiedsrichter Fritz

Ganz konkret mit Bezug auf die besagte Spielszene urteilte der DFB, dass die Entscheidung des Schiedsrichters „angemessen“ gewesen sei. Auch alle anderen diskutierten Entscheidungen von Fritz seien darüber hinaus richtig gewesen.

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Fröhlich und seine Kollegen fassten deshalb abschließend zusammen: „Wir gehen offen mit kritischen Entscheidungen oder gar Fehlern um. Das haben wir in der Vergangenheit oft bewiesen. Aber in diesem Spiel sehen wir bei den genannten Schlüsselsituationen keinen Fehler des Schiedsrichters und unterstützen ausdrücklich die getroffenen Entscheidungen.“

Kritik von Dortmund gegen Entscheidung von Schiedsrichter Fritz

Ganz aufzuklären sein wird die Szene wohl trotzdem nicht, die Diskussion über Schiedsrichter-Entscheidungen wie diese wird auch künftig bleiben. Partei steht gegen Partei, Meinung gegen Meinung – und die des BVB wird wohl bleiben. Zumindest der gefoulte Emre Can selbst hatte nach Abpfiff etwas Einsicht gezeigt und erklärt: „Kann er pfeifen, muss er aber nicht.“

So kann man es wohl zusammenfassen. Die drei Punkte jedenfalls bleiben in München – auch wenn der Frust in Dortmund noch einige Tage Einzug halten wird.

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