• Eine Flughansa-Maschine nach dem Start. Die Corona-Krise wird auch Auswirkungen auf die Flugpreise haben.
  • Foto: imago images/Sven Simon

Zunächst anders als erwartet: Flugpreise: Worauf sich Passagiere einstellen müssen

Corona verändert vieles – auch die Fliegerei: Derzeit stehen die meisten Flugzeuge still, vom Hamburger Airport gehen derzeit am Tag gerade einmal eine Handvoll bis ein Dutzend Flüge. Welche Auswirkungen wird das kurz-, mittel- und langfristig auf die Preise haben?

Die Corona-Krise hat die Luftfahrt-Branche hart getroffen: Das Virus hat weltweit den Flugverkehr mit Ausnahme der Frachtfliegerei nahezu zum Erliegen gebracht. Wie drastisch die Auswirkungen derzeit sind, zeigt beispielsweise das Beispiel Lufthansa: Die deutsche Airline fliegt momentan nur noch knapp ein Prozent der Passagiere aus dem Vorjahr. Die tägliche Zahl der Fluggäste sank von im Schnitt 350.000 Passagieren auf gerade einmal 3000. Die Airline steckt deshalb finanziell tief in der Misere, die Verhandlungen über ein Rettungspaket laufen.

Fliegen nach Corona: Flugpreise könnten zunächst sinken

Die Folgen der Krise werden auch die Passagiere zu spüren bekommen. Anders als manch einer als Folge leerer Airline-Kassen vielleicht erwarten könnte, werden Flugtickets aber wahrscheinlich zunächst einmal nicht teurer – im Gegenteil: Wenn der Flugbetrieb nach den Corona-Maßnahmen wieder in größerem Rahmen anläuft, könnten die Ticketpreise zunächst erstmal purzeln. Davon geht zumindest der Dachverband der Fluggesellschaften (IATA) aus.

Die Airlines müssten die Nachfrage mit Angeboten stimulieren, erklärt IATA-Chefökonom Brian Pearce. Zudem sei die Kapazität anfangs sicher höher als die Nachfrage. Passagiere profitieren auch vom niedrigen Ölpreis.

Fliegen nach Corona: Wenn Sitze frei bleiben müssen, wird es deutlich teurer

Vor dem nächsten Jahr rechnet Pearce deshalb erstmal nicht mit anziehenden Preisen. Problematisch werde es, wenn die Behörden im Kampf gegen eine weitere Ausbreitung des Virus Abstand zwischen Passagieren verlangten und in der Economy-Klasse die Mittelsitze frei bleiben müssen. Wenn nur rund 60 Prozent der Sitze verkauft werden können, müssten Ticketpreise eigentlich um 43 bis 54 Prozent steigen, um den Ausfall wettzumachen, sagt Pearce.

Langfristig rechnen viele Experten mit teureren Ticketpreisen. „Ich bin überzeugt, dass die Preise mittel- bis langfristig eher nach oben gehen“, sagt beispielsweise der Chef der Schweizer Airline Swiss laut einem Bericht der „Handelszeitung“. (due/dpa) 

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