• Hamburgs einziges erhaltenes Schloss aus dem 13. Jahrhundert war nie ein Königssitz, sondern schon immer ein Verwaltungsbau.
  • Foto: Anke Geffers

Standrundgang durch Bergedorf: Kaffee trinken, Sterne gucken

Bergedorf –

Am Kaiser-Wilhelm-Platz, fünf Minuten vom S-Bahnhof entfernt, riecht es nach Kaffee. Ein bunter historischer Brunnen steht hier und gleich um die Ecke ist Markt. Was für ein schöner Ort, um zu einem Stadtrundgang durch Bergedorf zu starten!

Bergedorfer Schloss

Dem Kaffeeduft auf der Spur landen wir beim Kaffee- und Teegeschäft „Timm“, Bergedorfs einzigem Kaffeeröster, und nehmen dann Kurs auf das Schloss. Das sieht gerade jetzt im Herbst, umgeben von bunten Laubbäumen und umschlossen vom Wassergraben, sehr idyllisch aus. Könige und Prinzessinnen haben im alten Wasserschloss übrigens nie gewohnt, das Backsteingebäude aus dem 13. Jahrhundert wurde als Amtssitz gebaut.

Besser unverpackt

Über den Hans-Freese-Weg verlassen wir den Schlosspark, überqueren die Bille – an der Ecke liegt mit Terrasse am Wasser das Restaurant „Oro“ – und biegen nach rechts in die verkehrsberuhigte Gasse Reetwerder ein.

Verpackung, nein danke! Bei Onkel Emma (Reetwerder 8) gibt es alle Waren unverpackt.

Verpackung, nein danke! Bei Onkel Emma (Reetwerder 8) gibt es alle Waren unverpackt.

Foto:

Anke Geffers

Die eignet sich mit ihren historischen Hausfassaden und den kleinen Geschäften als Lieblingsstraße – im Unverpackt-Laden „Onkel Emma“ bekommen wir nicht nur getrocknete Früchte, Getreide und Nussecken, sondern auch einen Espresso und viele gute Tipps für Bergedorf. „Hier kann man sehr gut leben“, sagt ein Kunde. Überhaupt fällt auf: alle so freundlich hier, in Bergedorf.

Kirchen und Komponisten

Über die Alte Holstenstraße, vorbei am kleinen Hafen Serrahn, kommen wir ins Stadtzentrum. Handgefertigte Figuren aus Marzipan aus der „Bäckerei Erdmann“, noch immer mit historischer Fassade, sind auf jeden Fall ein süßes Mitbringsel. Im Hasse-Haus wohnte im 18. Jahrhundert der Komponist Johann Adolf Hasse, im angeschlossenen Rundturm ist die Tourismusinformation untergebracht. Und die Fachwerkkirche St. Petri und Pauli ist nur zwei Gehminuten entfernt.

Eine Villa neben der anderen

Von der Fußgängerzone biegen wir wieder auf die Bergedorfer Schlossstraße ab, bestellen einen Cappuccino in der „Koffeinschmiede“ und dann geht es leicht bergauf (die Berge von Bergedorf!). Jugendstilvillen, eine schöner als die andere, stehen rund um den Reinbeker Weg. In der Turnhalle von 1860 am Bult werden immer noch Sportkurse angeboten. Wir drehen eine Runde, bewundern die Fassaden und gelangen über den Gräpelweg zum Rathaus.

Dem Himmel ganz nah

Weil in Bergedorf alles dicht beieinander liegt, schaffen wir noch eine Wanderung zur Sternwarte. Durch den Rathauspark, entlang der Schulenbrooksbek, erreichen wir nach rund 1,5 Kilometern unser Ziel. Ein ganz besonderer verwunschener Ort ist dieses denkmalgeschützte Ensemble aus verschiedenen Gebäuden, das zwischen 1906 und 1912 erbaut wurde und bis heute ein international renommiertes Forschungsinstitut der Universität Hamburg ist.

Die Sternwarte mit allen Gebäuden und Teleskopen steht unter Denkmalschutz.

Die Sternwarte mit allen Gebäuden und Teleskopen steht unter Denkmalschutz.

Foto:

Anke Geffers

Die Kuppelbauten schützen verschiedene Fernrohre und Teleskope. Einen ausgeschilderten Planetenweg gibt es auf dem parkähnlichen Gelände auch. Der Himmel – in Bergedorf ist er ganz nah. www.bergedorf.de

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