Skulpturen und Grünflächen – typisch für die Wohnanlagen aus den 1920er Jahren in Dulsberg.
  • Skulpturen und Grünflächen – typisch für die Wohnanlagen aus den 1920er Jahren in Dulsberg.
  • Foto: Anke Geffers

Stadtrundgang durch Dulsberg: Ein ganzes Stadtviertel als Gesamtkunstwerk

Dulsberg –

Rotklinker und Grünflächen, dicht bebaut, aber trotzdem genug Platz zum Spielen und Erholen. Hamburgs damaliger Oberbaudirektor Fritz Schumacher hat das Wohnviertel auf dem Dulsberg vor 100 Jahren entworfen – heute steht ein Großteil der Häuser unter Denkmalschutz. Das Quartier gilt als wegweisend in der Architekturgeschichte. 

Frohbotschaftskirche

Mittwochs und freitags treffen sich die Dulsberger auf dem Wochenmarkt vor der Frohbotschaftskirche, zurzeit leuchtet nur ein Tannenbaum auf dem wie leergefegten Straßburger Platz. Die Frohbotschaftskirche sollte abgerissen werden, wird jetzt aber auch als Kita genutzt. Vor einem Jahr feierte die denkmalgeschützte Kirche nach dem Umbau Wiedereröffnung.

Laubenganghäuser

Wohnblöcke mit begrünten Innenhöfen reihen sich entlang der Oberschlesischen Straße. Architekturinteressierte aus aller Welt kommen vor allem wegen der Laubenganghäuser mit ihren halbrunden Fassaden und hellen Wohnungen, den Balkonen und Dachterrassen, die der Architekt Paul Frank geplant hat.

Guter Durchblick: Torbögen führen zu den Wohnhöfen in der Weißenburger Straße.

Guter Durchblick: Torbögen führen zu den Wohnhöfen in der Weißenburger Straße.

Foto:

Anke Geffers

Lohnenswert ist ein Blick in den Innenhof an der Schlettstadter Straße mit den Skulpturen zweier ballwerfender Jungen. 

Grünzug

Fritz Schumacher hatte ganz offensichtlich ein Herz für Familien und Kinder. Der „Grünzug“, ein 1,1 Kilometer langer Park, der Dulsberg Nord von Dulsberg Süd trennt, ist Naherholungsgebiet mit Rosengarten, Rasenflächen und Spielplätzen. Seit den 50er Jahren gibt es hier Hamburgs einzige Tretrollerbahn. Jahrelang verfallen, wurde sie kürzlich renoviert und im vergangenen Sommer neu eröffnet. Ältere Bewohner erinnern sich noch an die 60er Jahre, als die heute zubetonierte Fläche auf dem „Grünzug“ ein Planschbecken war. Damals der beliebteste Treffpunkt im Sommer für alle Kinder des dicht besiedelten Viertels.

Kulturzentrum

Wir biegen vom „Grünzug“ links ab in den Gravensteiner Weg und kommen zur Stadtteilschule Alter Teichweg. In der Aula, natürlich auch von Fritz Schumacher entworfen, lädt der Kulturhof Dulsberg in Nicht-Corona-Zeiten zu Konzerten und Theateraufführungen ein. Über die Elsässer Straße biegen wir rechts in die Straße Dulsberg Nord, gehen vorbei an weiteren sehenswerten Rotklinker-Wohnhöfen aus den 20er Jahren bis zur Krausestraße. Die meisten Wohnungen gehören Wohngenossenschaften. Dulsberg ist auch deshalb eines der wenigen Hamburger Stadtviertel mit vergleichsweise günstigen Mieten.

Emil-Krause-Schule

Nur 19 Meter hoch ist der „Tollsberg“, der Teufelsberg, ein Hügel an der Kreuzung Krausestraße/Lauenburger Straße, der dem Viertel seinen Namen gab. Die Emil-Krause-Schule, auch in dieser Straße, ein halbrundes beeindruckendes Bauwerk, zählt zu Schumachers schönsten Bauwerken. Über die Straßburger Straße mit ihren zahlreichen Geschäften kommen wir zurück zur Frohbotschaftskirche. Wer hätte gedacht, dass es zwischen Barmbek-Nord und Wandsbek so ein städtebauliches Kleinod zu entdecken gibt!

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