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Ein Surfer auf dem Meer
  • Weltklasse: Björn Dunkerbeck wurde 42 Mal Windsurf-Weltmeister.
  • Foto: Seppi Dabringer

Surf-Legende Björn Dunkerbeck: „Auch mit der zweiten neuen Hüfte mache ich weiter“

Extremsportler in Situationen, die einen die Luft anhalten lassen: Kletterer auf den höchsten Bergen, Forscher in dunklen Höhlen oder Surfer, die auf den größten Wellen reiten – das sind die Stars in den Filmen der Banff-Tour. Ihr Ziel: Sportarten und Disziplinen in den Bergen und auf dem Meer in Filmform einem breiten Publikum zu präsentieren. Bereits heute, am 24. April, gastiert die Ocean World Tour in Hamburg. Dabei ist auch der Film „Born to Windsurf“ des 42-fachen Windsurf-Weltmeisters Björn Dunkerbeck. Der 54-Jährige erklärt, warum diese Kinofilme für seine Sportart so wichtig sind.

MOPO: Herr Dunkerbeck, vor einigen Wochen bekamen Sie ihre zweite neue Hüfte, nun sind sie zurück auf dem Wasser. Wie geht es Ihnen und was war das für ein Gefühl? 

Björn Dunkerbeck: Es war ein super Gefühl. Genau sechs Wochen nach der OP stand ich wieder auf dem Wasser. Ich war eine Stunde draußen. Danach war ich zwar müde, aber auf eine gute Art, und ich hatte keine Schmerzen. Deshalb bin ich super happy.  

Das Surfen liebt Björn Dunkerbeck noch immer. Und er will dem Sport wieder zu mehr öffentlicher Aufmerksamkeit verhelfen. Seppi Dabringer
Björn Dunkerbeck am Strand, dahinter ist das Meer zu sehen
Das Surfen liebt Björn Dunkerbeck noch immer. Und er will dem Sport wieder zu mehr öffentlicher Aufmerksamkeit verhelfen.

Blicken wir einmal auf Ihre Karriere zurück: Mit 42 Weltmeistertiteln sind sie der erfolgreichste Profisportler weltweit. Wie viel bedeuten Ihnen all diese Trophäen?

Ich bin schon ein Wettkampftyp und wenn ich zu einem Wettkampf gegangen bin, wollte ich ihn auch immer gewinnen. Von daher bin ich stolz und glücklich, dass ich so viel erreicht habe. 

Gibt es Titel, die Ihnen besonders viel bedeuten? 

Dass ich 1994 mit Mitte 20 als Erster auf dem offenen Meer die 80 km/h geknackt habe und jetzt, mit 52 Jahren und einer künstlichen Hüfte, die 100 km/h – und das mit Ansage! Ich habe gesagt, dass es möglich ist, und habe es geschafft. Da bin ich sehr stolz drauf. Und es zeigt: Windsurfen ist ein Sport, den man sehr lange genießen kann.

In den Speed-Disziplinen sind Sie noch aktiv, ansonsten beendeten Sie Ihre aktive Karriere aber im Jahr 2014. Ihr Sohn Liam steht dagegen erst ganz am Anfang einer vielversprechenden Karriere. Wird er eines Tages in Ihre Fußstapfen treten?  

Ihn bei seiner Entwicklung zu begleiten, ist ein super Gefühl. Er ist brutal talentiert, aber ich war in dem gleichen Alter schon einen Schritt weiter. 

Dunkerbeck vor einigen Jahren mit seinem Sohn Liam. Der heute 20-Jährige ist in Vaters Fußstapfen getreten. Seppi Dabringer
Björn Dunkerbeck und sein Sohn Liam am Strand, neben ihnen Surfbretter
Dunkerbeck mit seinem Sohn Liam. Der heute 20-Jährige ist in Vaters Fußstapfen getreten.

Gibt es Dinge, die Sie am ganz aktiven Wettbewerbsleben vermissen?

Nein, ich habe ja alles über sehr lange Zeit miterlebt. Man muss sich selbst in die Augen schauen und sagen: Du bist jetzt 54 und hast es länger getrieben als jeder andere. Nach der Reha kann ich jetzt wieder jeden Tag aufs Wasser, bei guten Bedingungen macht es genau so viel Spaß wie vorher. Von daher: Alles super! 

Haben Sie denn noch weitere sportliche Ziele?

Die wichtigsten sind erstmal alle erledigt (lacht). Mein Ziel ist, dass ich auch mit der zweiten neuen Hüfte nochmal die 100 km/h schaffe. Aber die wichtigsten anderen Ziele habe ich alle erreicht.  

Jetzt wird Ihr Film „Born to Windsurf“, den man im vergangenen Jahr bereits im Kino sehen konnte, im Rahmen der Ocean World Tour in Hamburg gezeigt. Wie sind Sie auf das Projekt gekommen? 

Gerald Salmina (Regisseur des Films und ehemaliger Windsurfer, d. Red.), den ich sehr gut kenne, und ich haben immer darüber gesprochen, dass wir irgendwann einen Film machen werden. Nach einigen anderen Projekten kam er zu mir und sagte: „Björn, die Zeit ist gekommen, jetzt müssen wir einen Film machen“. Und das haben wir dann gemacht. Mit dem Film wollten wir meine Karriere und die schönen Plätze zeigen, um damit jedermann das Windsurfen nahezubringen. Auf der großen Leinwand kommt all das natürlich besonders schön rüber.

In den 80er und 90er Jahren fand das Windsurfen deutlich mehr Beachtung als heutzutage. Woran liegt das und was kann getan werden, um dem Sport wieder mehr öffentliche Aufmerksamkeit zu geben?

In den 90er Jahren hatten wir – ähnlich wie die Formel 1 – viele Zigarettenfirmen, die den Sport promotet haben. Und dann durften sie das nicht mehr. Da haben wir sehr viele Sponsoren verloren, die viele Fernsehminuten eingekauft hatten, um den Sport zu präsentieren. Es war unmöglich, das nochmal zu finden.

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Welchen Beitrag können Filme wie „Born to Windsurf“ leisten? 

Mit den Filmen möchte ich möglichst vielen Leuten das Windsurfen nahebringen, damit sie sehen, wie schön und vielfältig der Sport ist. Denn das wird oft nicht dargestellt. Europaweit und auch global könnten noch viel mehr Leute das Windsurfen genießen. Ähnlich wie Skifahren oder Snowboarden ist es auch ein sehr schöner Familiensport. Das möchte ich einfach darstellen. Damit hatten wir in den letzten Jahren schon Erfolg. Und die Ocean Film Tour kann helfen, dem breiten Publikum den Sport näher zu bringen. 

Banff Ocean Film Tour: Cinemaxx Dammtor, 24.4., 20 Uhr
Banff Mountain Film Festival World Tour: Cinemaxx Dammtor, 29.4., 20 Uhr

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