Eine Frau steht in einem Ausstellungsraum vor Schaufensterpuppen.

Rund 25 Outfits der vergangenen Kollektionen sind im Museum ausgestellt. Foto: Henning Rogge, Hamburg

Nachhaltigkeit mit Nadel und Faden: Ausgefallene Mode in Hamburger Museum

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Modern, jung und zu 100 Prozent recycelt: Das ist die Mode von XULY.Bët, die ab jetzt für zwei Jahre im Museum für Kunst und Gewerbe bestaunt werden kann. 1989 hat Lamine Badian Kouyaté sein Label in Bamako in Mali gegründet – und viele Jahre bevor die Modeszene die Nachhaltigkeit für sich als Trend entdeckte, verstand Kouyaté diese als Haltung, als Bedingung, als Grundvoraussetzung.

Die Großmutter beeinflusste ihn, bereits benutzte Stoffe zu verarbeiten. Und als er in den frühen 90er Jahren nach Paris kommt, bringt er diese Idee mit: Kleidung als Erinnerung, Ressource und Werkzeug. „Upcycling“ ist heute ein Trendbegriff. Damals war es Avantgarde.

Zu 100 Prozent recycelt, zu 100 Prozent stylisch

Und so schafft der Designer und Architekt Lamine Badian Kouyaté bis heute eine Mode zwischen Streetwear und Couture, die auch von Stars wie Rihanna oder Dua Lipa getragen wird. Die Bedeutung des Modeschöpfers erkannte Regisseur Robert Altman schon 1994, als er ihn im Film „Prêt-à-Porter“ würdigte, gespielt von Forest Whitaker.

„XULY.Bët – Funkin’ Fashion Factory 100 % Recycled“ stellt nun sein Werk vor, das immer wieder auch mit Typografie, mit schräg angesetzten Schnitten oder roten Fäden arbeitet, begleitet von Führungen und einem Workshop, der leider schon ausgebucht ist.

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Ach ja, die Bedeutung des Label-Namens ist auch interessant: Er stammt aus der westafrikanischen Sprache Wolof und bedeutet „die Augen offenhalten“. Bis heute lebt der Modeschöpfer in Paris. Seine Arbeiten waren in bedeutenden Museen zu sehen, etwa im Londoner „Victoria & Albert Museum“ – und nun auch in Hamburg! Präsentiert werden rund 25 ausgewählte Outfits aus den Kollektionen der vergangenen Jahre.

Museum für Kunst und Gewerbe: bis 1.8.27, Di-Mi 10-18 Uhr, Do 10-21 Uhr, Fr-So 10-18 Uhr, 14 Euro, mkg-hamburg.de

Der Plan7 vom 22. August 2025 MOPO
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