Literatur, Musik, Kunst: Hamburg liest die Elbe
„Ein anständiger Fluß stinkt“, sagt die Elbe in Wolfgang Borcherts berühmtem Drama „Draußen vor der Tür“. Darin gibt der Autor dem Fluss seiner Heimatstadt den Charakter und die Stimme einer alten, resoluten Frau.
Mit dieser Art von Personifizierung ist er nicht allein. Die Facetten des über tausend Kilometer langen Stroms stehen im Mittelpunkt des Literaturfests: „Hamburg liest die Elbe“. Nach den thematischen Festival-Schwerpunkten Wolfgang Borchert und dem Erinnern an verbrannte Bücher geht es 2025 um die Lebensader der Hansestadt. An 45 Orten – auch Stade und Lauenburg sind dabei – laden 44 Lesungen, 15 Konzerte, drei Ausstellungen, sieben Spaziergänge, sechs Kinderveranstaltungen und eine Schiffstour auf, unter und an die Elbe ein.
Einen Monat lang gibt’s mehr als fünfzig Veranstaltungen
Zum Auftakt am 5.5. lesen Katharina Hagena, Till Raether, Nicole Heesters, Musikerin Lina Maly und Rapper Das Bo eigene und klassische Texte zur Elbe; Konstantin Ulmer moderiert den Abend. Der Eintritt ist frei, eine Reservierung erforderlich (pr@sub.uni-hamburg.de).

Neben großen Namen wie Borchert, Lenz und Ringelnatz sind viele weitere Elbe-Liebhaber (wieder) zu entdecken. Hans Leip zum Beispiel, Dichter von „Lili Marleen“, oder Hans Henny Jahnn. Aus der Partnerstadt Dresden kommt René Markus, der das Festival mit einem Blog schreibend begleitet.
Auf dem Programm stehen außerdem ein Elbe-Wort-Picknick mit zwei Romanen und Musik (21.5.), die „StromabLeser“ auf literarischer Fahrt (17.5.) und ein Vortrag über die Elbe als Transportweg und Hindernis (31.5.). Durs Grünbein erkundet in „Der Komet“ die Geschichte seiner Familie und fragt im Gespräch mit Jan Bürger, was es bedeutet, in der Nähe von Flüssen zu leben (6.6., Freie Akademie der Künste).
Bilderbuchkino für Kinder

Auf Kinder warten „Das tollste Boot der ganzen Welt“ von Cornelia Funke als Bilderbuchkino (14.5.) und vieles mehr. Für den Hörspielspaziergang, der – angeleitet oder auf eigene Faust – während des gesamten Festivals unternommen werden kann, sind Smartphone und Kopfhörer nötig. „Wellenschlagen“ will die gleichnamige Ausstellung von Studierenden der Hochschule für Angewandte Wissenschaften, die fantasievolle Comics, Reportagen und Plakate zeigt (Stabi, täglich bis 1. Juni, Eintritt frei).
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Übrigens: Mehr als hundert Gedichte soll es über die Elbe geben. Eins schrieb der Künstler und Wahlhamburger Michael Batz speziell für dieses Festival – seinen Abend nennt er „Hamburg, Fließtext“ (25.5., 17 Uhr, Hafenmuseum).
5. Mai bis 6. Juni: hamburgliest.de/programm

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