Johannes Oerding, Sänger, Songwriter und Freund von Ina Müller, begeisterte seine Fans im Knust. (Archivbild)
  • Johannes Oerding, Sänger, Songwriter und Freund von Ina Müller, begeisterte seine Fans im Knust. (Archivbild)
  • Foto: dpa | Christian Charisius

paidJohannes Oerding im Knust: „Ich nehm‘ euch jetzt mit in die Vergangenheit“

Gerade mal 200 Fans sowie Freunde und Familie von Johannes Oerding (40) waren dabei, als der Hamburger Singer-Songwriter am Freitagabend im Knust sein am 3. November erscheinendes Album „Plan A“ erstmals der Öffentlichkeit vorstellte. In so kleinem Rahmen hat es ihn schon lange nicht mehr gegeben! Das Ganze war eine TV-Aufzeichnung für „ProSieben In Concert“.

Der Mann mit Hut hätte dafür auch jede andere Location wählen können, aber da ließ Oerding ganz die Lokal-Treue raushängen. „Erstmal bedanke ich mich für die Vergangenheit, denn ich sehe sehr viele Menschen, die uns fast schon seit 2009, seit dem ersten Auftritt hier im Knust, begleiten und treu sind“, erklärte Oerding. Er sei aber nicht ins Knust gegangen, weil’s um die Ecke von ihm läge und er zu Fuß nach Hause gehen könne – nein! „Wir als Band wollten uns mal wieder fühlen wie früher, als wir in der Garage zusammen Musik gemacht haben, als es laut wurde, so ein bisschen auch weh tat und verstimmt war. Ich nehm‘ euch jetzt mit in die Vergangenheit… als ich 15 war.“

Johannes Oerding widmet Ina Müller einen Song

Oerding stimmte das neue Lied „Schnee von gestern“ an – ein echter Happy-Song vom neuen Album, zu dem alle sofort mitklatschten. Sowieso spielte er mit Ausnahme eines Duetts alle Songs der neuen Platte. „Dieses Album kann nur ‚Plan A‘ heißen, denn ich kann ja nur das hier. Und ich will auch nur das hier. Alles andere ist egal“, so Oerding. Die neuen Songs klangen live wirklich so, als seien sie das Beste und Persönlichste, was der gebürtige Münsteraner je geschrieben hat.

„Ich habe schon viele Lieder über die Liebe in diversen Zuständen geschrieben, aber über einen noch nicht: Der Zustand, wie es ist, wenn man sich kennenlernt“, erklärte der Musiker, als er quer durchs Publikum bis zur Bar ging. „Ich möchte euch von einer wunderschönen Nacht erzählen. Sie liegt über ein Jahrzehnt zurück. Aber ich hab‘ sie noch im Kopf. Sie ist hier in Hamburg passiert. Und dieses Lied heißt ‚Ecke Schmilinsky‘.“

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Mit einem Bierglas stieß der auf dem Tresen sitzende Oerding mit den Fans an, und dann ging es auch schon los mit dem wunderschönen Liebeslied mit Gospelanleihen. Und auch wenn er den Namen seiner Freundin Ina Müller nicht erwähnte, war klar, um wen es da im Song geht. „Die Tür geht auf, und der Lärm wird still. Du kommst rein, und der Raum wird hell.“ Hach, es muss ein Stein sein, wer bei diesen Zeilen keine Gänsehaut bekommt! Und es wurde sogar noch persönlicher: „Ich habe ein Problem“, offenbarte Oerding. „Ich kann sehr schlecht und sehr schwer emotionale Themen live mit jemandem besprechen. Deshalb schreibe ich alles in meinen Songs auf.“

Den Text von „Eins-zu-Eins-Gespräch“ trug er aus seinem Notizbuch vor. Es ist eine berührende Spoken-Word-Performance über seinen Vater und die eigene Kindheit, und am Ende kennt man Oerding noch etwas besser. Ein Mitmusiker nahm ihn danach in den Arm. „Ihr macht es uns sehr einfach, schon von Anfang an. Schön, dass ihr da seid“, bedankte sich Oerding danach fast ein wenig erleichtert.

„Ihr wollt doch auch nicht, dass die Kelly Family vorne liegt“

Er hätte sich auch deshalb so auf den Abend gefreut, um mal ein Stündchen auf Pause zu drücken von der Welt da draußen, die gerade komplett am Rad drehe. John Lennons „Imagine“ hätte ihn vor einem Jahr zum neuen Song „Was wäre, wenn“ inspiriert. Und offenbar auch Nena, denn in dem Lied heißt es: „99 Flieger werfen Bomben nieder, keine Luftballons und Blumen…“ Zum coolen Rhythmus klatschten erneut alle mit.

Es fehlte bei seinem Konzert aber auch nicht an amüsanten Momenten, wenn er beispielsweise einen Gast in der ersten Reihe fragte: „Du bist zum ersten Mal hier? Aha, wo warst du all die Jahre? Bei Max Giesinger oder was?“ Als Oerding die Fans zum Plattenkauf animierte, hatte er die Lacher auf seiner Seite: „Ihr wollt doch auch nicht, dass in den Charts die Kelly Family vorne liegt, oder?“ Mit „Kreise“, „An guten Tagen“ und „Für immer ab jetzt“ spielte er seine drei größten Hits als Rausschmeißer und feierte mit seinen Fans eine wilde Party. Bald gibt es noch mehr Grund zu feiern. Ganz sicher.

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