Das Ensemble in bunten Kostümen, im Hintergrund eine Band
Das Ensemble in bunten Kostümen, im Hintergrund eine Band
  • Daniela Ziegler (74) feiert als „Die Großherzogin von Gerolstein“ ihr 50-jähriges Bühnen-Jubiläum.
  • Foto: Oliver Fantitsch

Säbelrasseln und Kanonendonner in Hamburger Theater

Ist das ein Augen- und Ohrenschmaus! Zum allerersten Mal wagt sich das Ernst-Deutsch-Theater mit „Die Großherzogin von Gerolstein“ an eine Operette – und zündet mit Jacques Offenbachs Militär-Satire gleich einen hinreißenden Knüller mit schmissigen Melodien und einem Ohrwurm.

Auch wenn das Premierenpublikum anfangs noch zurückhaltend auf das an der Mundsburger Bühne neue Genre reagierte – am Ende sprang der Funke über. Großer Jubel und Applaus für das putzmuntere, spiel- und sangesfreudige Ensemble, die drei hervorragenden Musiker und das Team um Anatol Preissler. Dem Regisseur gelang ein frech-frivoles, vor Ironie und Gags sprühendes Musiktheater-Spektakel – voller aktueller Anspielungen, die lustvoll klarmachen: Kriege anzuzetteln und zu führen ist jederzeit nichts als riesengroßer Schwachsinn!

Musiktheater-Spektakel im Ernst-Deutsch-Theater

Ganz in ihrem Element: Theater- und Fernsehstar-Star Daniela Ziegler. Sie feiert in der Titelrolle ihr 50-jähriges Bühnenjubiläum. Als lüsterne Großherzogin von Gerolstein fährt sie voll auf junge Kerle in Uniformen und mit Schnauzer ab. Eine Schwäche, die General Bumm (Daniel Schütter) und Baron Puck (Frank Jordan) gnadenlos ausnutzen: Um sie aus ihren Regierungsgeschäften rauszuhalten, schicken sie ihr den albernen Prinz Paul (Jan Rogler) als Ehemann in spe.

„Die Großherzogin von Gerolstein“ mit vielen Gags

Doch die extravagante Lady verknallt sich in Fritz (wunderbar: Mark Weigel), den einfachen Soldaten, der allerdings Bauernmädchen Wanda (Dagmar Bernhard) liebt. Herrschaftliche Willkür und Rachegelüste aus Eifersucht prallen aufeinander …

Ein bravouröses Operettenerlebnis, in dem sieben Darstellerinnen und Darsteller in komödiantischer Hochform glänzen – und sich die Großherzogin am Ende mit einer Pointe verabschiedet, die Säbelrasseln und Kanonendonner in der Welt tatsächlich Einhalt gebieten könnte: „Wenn man nicht kriegen kann, was man liebt, dann liebt man eben, was man hat!“

Ernst-Deutsch-Theater: bis 8.1.2023, diverse Zeiten, 24-44 Euro,Tel. 22 70 14 20

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