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Drei beinahe nackte Tänzer halten sich an den Händen, im Hintergrund Bühnenneben
  • Tänzer des Bundesjugendballetts (hier bei einer Aufführung von „Die Unsichtbaren“; Archivfoto)
  • Foto: picture alliance/dpa/Markus Scholz

„Nijinsky-Gala“: Darüber lachte das Ballett-Publikum

Bunt und laut beendete die Nijinsky-Gala die 47. „Hamburger Ballett-Tage“ am Sonntagabend in der Staatsoper: Vom Bühnenhimmel regnete vielfarbiges Konfetti, und aus dem Zuschauerraum schallten Bravo-Rufe und lang anhaltender Applaus: für John Neumeier, das Hamburg Ballett, die internationalen Gäste und das Philharmonische Staatsorchester Hamburg endlich die lange entbehrte Live-Musik.

Auf die Minute fünf Stunden dauerte das ausgesuchte Programm, gestaltet und moderiert von Hamburgs Ballettchef. „Anniversaries“ hatte Neumeier es überschrieben, und tatsächlich gab es in diesem Jahr viele Jubiläen zu feiern. Das zehnjährige Bestehen des Bundesjugendballetts zum Beispiel, dieser „kreativen Brücke“, wie er seine Junior-Company nennt. Die Acht begeisterten in einer Choreografie von Raymond Hilbert zu Musik von Schostakowitsch.

„Hamburger Ballett-Tage“: Grandiose Gala zum Abschluss

Überhaupt lag der Reiz des Abends im Wechsel anderer choreografischer Handschriften und jener des Hausherrn. Die beiden Gäste vom Londoner Royal Ballet begeisterten in einem Pas de deux des Briten Kenneth MacMillan. Vom Holländischen Nationalballett aus Amsterdam gastierten Jakob Feyferlik und Olga Smirnova – Ex-Star des Bolschoi-Balletts; sie verließ ihr Land im März 2022 nach dem russischen Angriff auf die Ukraine und fand in den Niederlanden eine neue künstlerische Heimat. Mit ihrem Partner zeigte sie klassischen Tanz pur auf höchstem Niveau im „Grand Pas Classique“ von Victor Gsovsky – auch einem Exil-Russen.


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Mitunter kreiert John Neumeier für eine andere als die eigene Company: Für das Ballett am Rhein schuf er – im Rahmen der Aufgabenstellung „Vier Temperamente“ – in diesem Jahr „From Time To Time“, das nun erstmals in Hamburg zu sehen war: Ihm sei die Melancholie zugeteilt worden, erzählt er, und während der Entstehung des neuen Werks habe er sich an viele Dinge aus der eigenen Vergangenheit erinnert. So auch an seine Ankunft aus den USA: „Am 28. Juli 1962 verließ ich mein Heimatland, um ein Jahr (!) in London zu studieren!“

John Neumeier bringt Staatsopern-Publikum zum Lachen

Das Publikum lacht und applaudiert – 60 Jahre John Neumeier in Europa. Und im nächsten Jahr werden es 50 Jahre John Neumeier in Hamburg sein. Mit einem Ausschnitt aus Neumeiers „Beethoven-Projekt II“ feierte die Nijinsky-Gala im Finale das Leben: Die Schrecken des Krieges sollen nicht vergessen sein, aber „wir wollen trotzdem optimistisch in eine bessere Welt“ tanzen, so John Neumeiers Schlusswort. Und: Alle Blumensträuße strahlten solidarisch in blau-gelb zum großem Schlussapplaus. (PST)

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