Ein Bilderrahmen mit einer Fotografie des Schriftstellers Wolfgang Borchert steht auf einem Bücherregal in der „Borchert-Box“ der Universitätsbibliothek Hamburg.
Ein Bilderrahmen mit einer Fotografie des Schriftstellers Wolfgang Borchert steht auf einem Bücherregal in der „Borchert-Box“ der Universitätsbibliothek Hamburg.
  • Ein Bilderrahmen mit einer Fotografie des Schriftstellers Wolfgang Borchert steht auf einem Bücherregal in der „Borchert-Box“ der Universitätsbibliothek Hamburg.
  • Foto: picture alliance/dpa/Georg Wendt

Park hat neuen Namen: Hamburg ehrt „herausragenden Schriftsteller“

Nach dem Hamburger Autoren Wolfgang Borchert wird ein Park in Eppendorf benannt. Borchert zählte zu den wichtigsten Vertretern der sogenannten Trümmerliteratur in Deutschland. Unmittelbar nach Kriegsende schuf er in einer außerordentlich produktiven Phase Gedichte, Kurzgeschichten und Dramen. Doch sollte diese Schaffensperiode nicht lange andauern: Der gesundheitlich schwer angeschlagene Schriftsteller verstarb schon 1947 im jungen Alter von nur 26 Jahren.

Hamburg ehrt den Schriftsteller Wolfgang Borchert mit einem Park im Stadtteil Eppendorf. Borchert („Draußen vor der Tür“, „Nachts schlafen die Ratten doch“, „Die Hundeblume“) zähle zu den wichtigsten Autoren der Nachkriegsliteratur, erklärte Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda (SPD) am Dienstag. „In Eppendorf, wo er geboren wurde, erinnert nun ein Platz an diesen herausragenden Schriftsteller.“

Senatskommission benennt weitere Straßen

Konkret wird den Angaben zufolge die etwa 160 Meter lange Grünfläche an der Eppendorfer Landstraße zwischen Schottmüllerstraße und Marie-Jonas-Platz nach dem im Alter von 26 Jahren am 20. November 1947 gestorbenen Schriftsteller benannt.

Die Senatskommission für die Benennung von Verkehrsflächen hat darüber hinaus den Angaben zufolge auf Vorschlag der Bezirke mehrere neue Straßenbenennungen beschlossen: So werde mit Walter Gutmann in Hamm ein Hamburger Widerstandskämpfer geehrt. Die Mönckebergstraße trage künftig auch den Namen von Vilma Mönckeberg-Kollmar, Schwiegertochter des Bürgermeisters Johann Georg Mönckeberg. Auch die Stengelestraße und die Tischbeinstraße erinnerten künftig neben den ursprünglich namensgebenden Männern zusätzlich an bedeutende Frauen der Familien.

Eine andere Autorin büßt „ihren Platz“ ein

Außerdem wird den Angaben zufolge einem Beschluss des Bezirkes Nord folgend der Emily-Ruete-Platz in Uhlenhorst in den Teressa-Platz umbenannt. Da sich die Schriftstellerin in ihren Memoiren abwertend über versklavte Menschen geäußert hatte, hatte der Bezirk im vergangenen September die Umbenennung des Platzes und eine erläuternde Gedenktafel am Wohnort Ruetes beschlossen.

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Der neue Name stammt von Teressa Scira, Kind einer polnischen Zwangsarbeiterin, das nur zwei Tage nach seiner Geburt in der Frauenklinik Finkenau am 27. Dezember 1943 starb. Der Name soll stellvertretend an alle in der Klinik Finkenau geborenen Kinder damaliger Zwangsarbeiterinnen erinnern. (dpa/mp)

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