Bühne in blauem Licht. Rechts Olympia in üppigem Kostüm, hinten Nathanael auf einem Holzpferd mit glühendem Auge
Bühne in blauem Licht. Rechts Olympia in üppigem Kostüm, hinten Nathanael auf einem Holzpferd mit glühendem Auge
  • Olympia (Toini Ruhnke) ist eine Maschine in Menschengestalt. Nathanael (Merlin Sandmeyer, l.) verliebt sich in sie.
  • Foto: Emma Szabó

„Der Sandmann“: Thalia-Theater zeigt düstere Schauergeschichte

Heutzutage bringt das öffentlich-rechtliche Sandmännchen alle Kinder friedlich in die Heia: Schlaft recht schön! „Der Sandmann“ aus E.T.A. Hoffmanns über 200 Jahre alter Schauergeschichte hat damit nur wenig zu tun. Er ist böse und bedrohlich und bringt die Hauptfigur Nathanael völlig um den Verstand. Im Thalia-Theater inszeniert Regisseurin Charlotte Sprenger den düster-romantischen Stoff nach einer Vorlage von Robert Wilson und Anna Calvi als Musiktheaterstück.

„This is your night“, so wird Nathanael (Merlin Sandmeyer) von der Band im Thalia begrüßt. Alles dreht sich nur um ihn – und das, was auf der Bühne stattfindet, könnte auch nur in seinem Kopf vor sich gehen. Alles ist fantastisch und unheimlich. Nathanael glaubt, einem Mann (André Szymanski) wiederzubegegnen, der in seiner Kindheit für den Tod des Vaters verantwortlich gewesen ist. Er erinnert sich an den Sandmann, von dem die Mutter (Gabriela Maria Schmeide) immer erzählte.

Stück nach Vorlage von Robert Wilson und Anna Calvi

Die Beziehungen zur Geliebten Clara (Toini Ruhnke) und ihrem Bruder Lothar (Pascal Houdus) geraten ins Schwanken. Und später verliebt er sich in eine Maschine in Menschengestalt. Die Erzählung steckt voller rätselhafter Motive und bietet so viel Raum für eine bunte Theatershow.

Gelungenes Gruselmärchen am Thalia-Theater

Und die liefern alle Beteiligten ab, allen voran Sandmeyer mit einer spektakulären Performance. Nathanaels Albtraum setzt sich aus verstörenden Begegnungen und Figurendoppelungen durch Kinderdarsteller:innen zusammen, begleitet von atmosphärisch wohlgesetzten Songs. Ein gelungenes Gruselmärchen! Es hilft allerdings, in groben Zügen die Geschichte zu kennen.

Thalia-Theater: wieder 15.1., 22./28.2., diverse Zeiten, 8-41 Euro

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