Meltem Kaptan und Laila Stieler lächeln und zeigen ihre Silbernen Bären
  • Schauspielerin Meltem Kaptan (l.) mit dem Silbernen Bären für die beste Hauptdarstellerin und Drehbuchautorin Laila Stieler mit dem Silbernen Bären für das beste Drehbuch für den Film „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“
  • Foto: dpa | Jens Kalaene

Berlinale: Zwei Silberne Bären für NDR-Koproduktion!

Am Mittwochabend endete in Berlin die 72. Berlinale mit der großen Preisverleihung. Die wichtigste Auszeichnung – der Goldene Bär – ging an das spanische Drama „Alcarràs“. Aber auch eine Koproduktion aus dem Norden wurde geehrt: Für Andreas Dresens Film „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“ gab es gleich zwei Silberne Bären!

Wie erzählt man eine Geschichte über das US-Gefangenenlager Guantánamo? Regisseur Andreas Dresen hat einen ganz eigenen Weg gefunden: In seinem neuen Film geht es um Murat Kurnaz – den Mann also, der in Bremen aufgewachsen ist und nach den Terroranschlägen vom 11. September ohne Anklage in Guantánamo festgehalten wurde. Dresens erzählerischer Kniff: Er rückt Kurnaz‘ Mutter in den Mittelpunkt. Eine Hausfrau, die ihren Sohn befreien will und sich aus ihrem Reihenhaus in Bremen-Hemelingen direkt in die Weltpolitik und schließlich vor den Supreme Court in Washington D.C. katapultiert sieht.

Ein Mann und eine Frau vor dem Capitol in Washington. Beide schauen skeptisch.
Szene aus dem Film „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“ mit Alexander Scheer und der ausgezeichneten Meltem Kaptan.

Meltem Kaptan spielt diese Mutter so überzeugend, dass die Kölner Comedienne, Schauspielerin und Moderatorin für die „Beste Schauspielerische Leistung in einer Hauptrolle“ mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet wurde. Laila Stieler erhielt den Preis für das „Beste Drehbuch“.

Dresens Film entstand im Koproduktion mit dem NDR. Intendant Joachim Knuth: „Ein Bär auf der Berlinale, das ist eine der höchsten Ehrungen der Film-Branche. Dass es gleich zwei davon gibt, ist eine verdiente Auszeichnung für diese packende Produktion über die Familie Kurnaz und die großen Fragen von Willkür und Unrecht. Glückwunsch an Meltem Kaptan und Laila Stieler!“

Andreas Dresen lächelt und winkt in die Kamera
Regisseur Andreas Dresen bei der Berlinale

„Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“ ist die siebte gemeinsame Arbeit von Andreas Dresen und Autorin Laila Stieler und ihre vierte zusammen mit NDR-Fiction-Chef Christian Granderath, der das Projekt initiiert hatte. Christian Granderath: „Es war ein langer Weg für diesen bewegenden Film, der nun mit zwei großartigen Auszeichnungen für zwei wunderbare Künstlerinnen belohnt worden ist. Für die Familie Kurnaz ist das Happy End aber erst dann erreicht, wenn ihr nach all dem Leid Gerechtigkeit widerfahren ist und sich die Verantwortlichen entschuldigt haben.“

Der Film soll Ende April in die Kinos kommen und später dann auch im Ersten und in der ARD-Mediathek zu sehen sein. (dpa/nr)

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