Es sah düster aus, doch jetzt gibt’s gute Nachrichten: Das Schanzenzelt ist gerettet
Es sah aus, als wäre es vorbei: Wegen stark erhöhter Gebühren durch das Bezirksamt Altona drohte dem beliebten Sommerevent Schanzenzelt neben dem Wasserturm auf St. Pauli das Aus. Nun ist das Kulturfest gerettet!
Wie die Veranstalter am Freitag in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit dem Bezirksamt bekannt gaben, ist die Zukunft des Schanzenzeltes gerettet. Konstruktive Gespräche in dieser Woche hätten zu einem positiven Ergebnis geführt.
Bezirksamt Altona und Schanzenzelt-Betreiber einigen sich auf Fortbestand des Kulturfestes
„Da das Bezirksamt Altona um die Bedeutung des Kulturformats für den Stadtteil und darüber hinaus weiß, hat es Kontakt zum Betreiber aufgenommen, um sich über die Zukunftsperspektive der Veranstaltung auszutauschen“, heißt es in der Mitteilung. Im Rahmen der Gespräche habe man die Gemeinnützigkeit herausarbeiten und nachweisen können. Fazit: Das Schanzenzelt werde künftig im Rahmen der Gebührenordnung komplett von den Gebühren befreit!

„Kulturveranstaltungen wie das Schanzenzelt gehören zur DNA unseres Bezirks. Entsprechend freue ich mich sehr, dass wir nach guten und wertschätzenden Gesprächen eine Lösung gefunden haben, damit das Schanzenzelt auch in den kommenden Jahren stattfinden kann“, erklärte der stellvertretende Bezirksamtsleiter Christoph Brümmer. Das Ergebnis zeige, wie wichtig es grundsätzlich sei, miteinander ins Gespräch zu kommen.
Hamburg: Abschiedsparty im Schanzenpark am Freitagabend wird zum Freudenfest
„Es fühlt sich gut an, zu wissen, dass auch der Bezirk unser Anliegen einer Kultur-Spielstätte verstanden hat und ebenfalls die Wichtigkeit des Schanzenzelts für alle Generationen – auch für die nächsten Jahre“, sagte Arne Köhler, Betreiber des Schanzenzelts. Er sei zuversichtlich, dass man künftig gemeinsame Interessen verfolgen werde, um die Zukunft des Schanzenzelts zu sichern.
Köhler bedankte sich auch bei der Bevölkerung für die breite Unterstützung, die er in den vergangenen Wochen erfahren habe. Eine von der „Circusschule Die Rotznasen“ gestartete Online-Petition hatte rund 4000 Unterschriften erzielt. „Darüber freue ich mich im Namen aller, die sich für uns eingesetzt haben“, so Köhler.
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Die für Freitagabend ab 18.30 Uhr als Abschiedsparty angekündigte Veranstaltung „Der letzte Vorhang fällt“ wird nun statt einer Trauerfeier zum Freudenfest. „Statt Abschied zu nehmen, kann dann gemeinsam der Fortbestand gefeiert werden“, heißt es in der Mitteilung.
Die Linksfraktion in der Altonaer Bezirksversammlung, die einen Antrag gestellt hatte, die massive Gebührenerhöhung von ursprünglich 2500 auf 30.000 Euro zu überprüfen, begrüßte die Entwicklung. „Dass das Bezirksamt Altona den skandalösen Gebührenbescheid zurückgenommen hat, ist als ein Erfolg des öffentlichen Drucks zu bewerten, den unsere Fraktion mit ihrem Antrag verstärkte“, so Ricardo Bolaños González, Mitglied der Bezirksfraktion Die Linke Altona. Dennoch stelle sich die Frage, wie es überhaupt zu dieser Erhöhung kommen konnte. „Offenbar fehlte es hier an der nötigen Sensibilität, einem weithin anerkannten Projekt gegenüber. Das trägt nicht zur Vertrauensbildung bei.“
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