Lina Beckmann wild geschminkt mit wildem Blick und Messer in den Händen
Lina Beckmann wild geschminkt mit wildem Blick und Messer in den Händen
  • Unfassbar gut. Und böse: Lina Beckmann als Richard
  • Foto: Monika Rittershaus

Beängstigend gut – und böse: Lina Beckmann in „Richard the Kid & the King“

„Ich bin nur ich selbst im Universum“, sagt Richard – und beschreibt damit sein ganzes Wesen, sein Dilemma, sein Schicksal. Seit seiner Geburt gilt er als der unansehnliche Krüppel, eine unbedeutende Randfigur im Zentrum der Macht: dem Königshaus Englands. Doch die verfeindeten Zweige des gemeinsamen Stammbaums – die Yorks und Lancasters – dreschen seit vielen Jahren aufeinander ein.

Die „Rosenkriege“ bieten William Shakespeare richtig guten Stoff für seine Stücke. Im Schauspielhaus vermengt „Richard the Kid & the King“ die „Heinrich VI.“-Stücke mit dem berühmteren „Richard III.“ sowie weiteren Textquellen zum Psychogramm eines Mannes, der sich vom gehänselten Außenseiter zum rücksichtslosen Serienmörder wandelt. Eine Blutspur markiert seinen Weg an die Spitze des Staates.

Shakespeare-Spektakel am Hamburger Schauspielhaus

Bei Regisseurin Karin Henkel ist die Titelfigur Richard ein Trickser und Täuscher – ein Schauspieler des politischen Handwerks (inklusive kurzer Anspielungen auf Trump). Lina Beckmanns Richard verführt und verachtet, bezirzt und ermordet seine Konkurrenten um den Thron. Er ist so kläglich wie größenwahnsinnig, narzisstisch wie gewissensfrei.

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Fast vier Stunden dominiert Beckmann die Ein-Frau-Show, lässt Kolleg:innen wie Kate Strong oder Kristof van Boven aber genügend Raum, um ihr Talent zu zeigen. Der „Richard“ hat trotz seiner Läge kaum Längen: ein großes Shakespeare-Spektakel.

Karten und Infos: hier

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