Zwei Darstellerinnen und ein Darsteller in ihren Kostümen auf der Bühne
Zwei Darstellerinnen und ein Darsteller in ihren Kostümen auf der Bühne
  • Aufpoliert: „Die Fledermaus“ an der Kameroper
  • Foto: Joachim Flügel

Aufpolierter Klassiker: „Die Fledermaus“ an der Kammeroper

Fulminant und am Premierenabend mit Jubel gefeiert: „Die Fledermaus“. In der Kammeroper „flattert“ die „Königin der Operette“ von Johann Strauss  als schwungvolles Lustspiel mit aktuellen Anklängen, Witz und Walzerseligkeit – ein Riesenvergnügen, das perlt wie frisch eingeschenkter Champagner.

„Glücklich ist, wer vergisst …“ Nicht so Dr. Falke. Er kann seinem Freund Eisenstein nicht verzeihen, dass der ihn einst betrunken und im Fledermauskostüm zum Gespött der Leute machte. Seitdem strebt der gedemütigte Falke (Cairan Ryan) nach Vergeltung. Auf einem Maskenball im Palais des Prinzen Orlofsky (dominant: Iva Krusic), wo sich Herrschaften und Dienstpersonal unter falschen Namen amüsieren, nimmt der Racheakt seinen Lauf.

Das perlt wie frisch eingeschenkter Champagner

Regisseur Toni Burkhardt inszenierte eine ausschweifende Ballnacht voll erotischer Verstrickungen und Sehnsüchte und zeichnet damit zugleich das Bild einer Gesellschaft, in der jeder seine eigene Identität lebt. Der Schampus fließt in Strömen, und Eisenstein – köstlich: Titus Witt als selbstgefälliger, ahnungsloser Lebemann – bandelt aus Versehen mit seiner Gemahlin Rosalinde (Anika Paulick) an, die als ungarische Gräfin auftritt. Mit der Treue allerdings nimmt auch sie es nicht genau und trifft dort ihren Liebhaber, den sie anschmachtenden Tenor Alfred (Edilson Silva Junior).

Volltreffer: Die Operette von Johann Strauß

Das Publikum erlebt einen behutsam aufpolierten Klassiker, zu dessen vollem Genuss das gesamte Ensemble (musikalische Leitung: Ettore Prandi) beiträgt. Sängerinnen und Sänger reißen immer wieder zu Zwischenapplaus und Bravos hin. Wie Anne Elizabeth Sorbara, die als keckes Stubenmädchen Adele mit dem Ohrwurm „Mein Herr Marquis“ begeistert. Ebenfalls eine Glanzleistung gelingt Maria Hartmann in der Sprechrolle als Fröschin. Urkomisch gibt sie ihrer betrunkenen Gefängnisdienerin ein starkes Profil.

Die an Höhepunkten reiche Aufführung: ein heiter stimmender Volltreffer!

Kammeroper: bis 19.2.23, Karten 16,50-45 Euro, Tel. 38 29 59

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