• Ob wir anfällig für Ohrwürmer sind, steht im Zusammenhang mit unserem Gehirn.

Strategie hilft: Forscher erklären, wie man Ohrwürmer ganz einfach los wird

Köln –

Sie sind plötzlich in unserem Kopf, sie wollen nicht enden und sie sind vor allem eins: nervend. Die Rede ist von Ohrwürmern. Sogar die Wissenschaft hat sich dem Phänomen gewidmet. Und sie ist zu dem Schluss gekommen, dass es zwei Auslöser für das eingebildete Gedudel gibt – der Song selbst und das Gehirn.

Ohrwürmer: Diese Songs bleiben eher im Kopf hängen

Psychologen fanden heraus, dass es Songs gibt, die eher hängen bleiben als andere. „Das hängt unter anderem mit der Melodiekurve und Geschwindigkeit zusammen“, so Prof. Michael Oehler, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Musikpsychologie.

Dazu zählen vor allem überdurchschnittlich schnelle Pop-Songs, die jedoch nicht zu eintönig sind.

Auslöser für Ohrwurm: Gehirn spielt wichtige Rolle

Besonders offen für solche Ohrwürmer ist das Gehirn, wenn es unterbeschäftigt ist, erklärt der Experte. Ob einem das häufig passiert oder eher selten, hat mit dem auditiven Gedächtnis zu tun. „Ist es besonders ausgeprägt, ist derjenige auch anfälliger für Ohrwürmer.“

Zudem hören Menschen häufiger Ohrwürmer, wenn sie eine bestimmte anatomische Besonderheit aufweisen. Bestimmte Teile der Hirnrinde, die beim Musik hören beansprucht werden, sind bei ihnen besonders dünn – und daher auch verstärkt reizbar.

Aktiviert werden Ohrwürmer aber manchmal auch durch eine Erinnerung. Hört jemand beispielsweise ein bestimmtes Lied immer mit der selben Person, so kann der Geruch nach ihrem Parfum das Lied zurück ins Bewusstsein holen.

Ohrwürmer loswerden: So funktioniert’s

Doch nun bleibt die Frage, wie man den nervigen Ohrwurm wieder loswerden kann. Und auch darauf gibt es eine Antwort – es gibt nämlich mehrere Strategien. Vor allem sollte man das Gehirn beschäftigen, indem man zum Beispiel etwas spannendes liest. 

Die wohl bekannteste Lösung: konzentriert an einen anderen Song denken. Aber auch Kaugummi kauen soll helfen, das Gedudel aus dem Kopf zu bekommen.  Die rhythmische Bewegung des Kiefers soll das Mitsingen im Kopf unterbrechen. 

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Michael Oehler erklärt außerdem, dass Bewegung zu Musik Ohrwürmer verstärkt. Umgekehrt kann es helfen, sich gegen den Takt zu bewegen, um ein Lied aus dem Kopf zu verbannen. Wer die Nerven dazu hat, kann den Ohrwurm auch einmal komplett durchhören. „Manchmal verschwindet er dadurch“, so der Musikpsychologe. (sdm)

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