• Die Rolltreppe in der Elbphilharmonie in Hamburg. (Symbolfoto)
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Kennt jeder: Darum fühlen wir uns komisch, wenn wir eine stehende Rolltreppe betreten

Hamburg –

Betritt man eine Rolltreppe, die – wider Erwarten – nicht rollt, geraten viele Menschen aus dem Tritt, sind irritiert. Manche stolpern, zumindest aber fühlen sich viele unsicher. Dafür gibt es sogar einen Namen: das „Broken Escalator-Phänomen“. Doch wie kommt es eigentlich dazu? 

Schuld ist das Langzeitgedächtnis

Der Schlüssel zur Antwort liegt im Gehirn. Schuld an dem Gefühl der Unsicherheit ist unser Langzeitgedächtnis, denn das funktioniert auf verschiedenen Ebenen.

Im Wissensgedächtnis, der ersten Ebene, speichern wir Fakten und Ereignisse. Dort liegt auch die Information, dass eine Rolltreppe fährt – basierend auf Erfahrungswerten, die wir im Laufe unseres Lebens gesammelt haben. Auf einer zweiten Ebene, dem Verhaltensgedächtnis, sind Informationen über Abläufe wie laufen, schwimmen oder tanzen gespeichert.

Widersprüchliche Informationen an das Gehirn verunsichern uns

Doch zurück zur Rolltreppe. Sehen wir eine vor uns, weiß das Gehirn automatisch: Eine Rolltreppe bewegt sich, sie fährt. Deshalb sendet das Verhaltensgedächtnis die Information an die Muskeln, mit dem Befehl, sich anzuspannen und das Körpergleichgewicht zu verlagern. Nur so bleibt unser Körper auf der fahrenden Rolltreppe stabil und wir fallen nicht um, wenn sich das Rollband bewegt.

Betreten wir aber eine Rolltreppe, die steht, kommt es zu einem Widerspruch im Gehirn: Es bewegt sich nicht, was sich doch immer bewegt. Das verunsichert uns. Hinzu kommt, dass das Gehirn die Vorgaben ändern muss: Wir müssen uns bewegen und Treppenstufen hinauf oder herunter gehen. Diese komplexen Vorgänge sind verantwortlich für das seltsame Gefühl, das wir empfinden, wenn wir eine stehende Rolltreppe betreten. (sar)

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