• Prof. Dr. Thomas Verse (li.), Chefarzt der HNO Abteilung am Asklepios Klinikum Harburg informiert über Schlafstörungen, Schlafhygiene und Therapiemöglichkeiten.
  • Foto: Inspire Medical Systems

Schlafapnoe adé: Prof. Dr. Verse im Gespräch über erholsamen Schlaf

Nachts endloses Herumwälzen, am nächsten Tag dann bleierene Müdigkeit – Schlaflosigkeit kennen viele. Laut einer Langzeitstudie der Universität Duisburg-Essen kämpft jeder dritte Deutsche mit ernsthaften Schlafproblemen.

Dabei ist die Regeneration immens wichtig. „Körperliche und geistige Leistung können wir nur dann bringen, wenn sich der Körper nachts erholen kann“, sagt Prof. Dr. Verse, Schlafmediziner und Chefarzt der HNO-Heilkunde am Asklepios Klinikum Harburg. Zu Gast im MOPO-Gesundheitspodcast „Butter bei die Nierchen“ spricht er über Schlafstörungen, gibt Einschlaftipps und berichtet von der Inspire Therapie für Betroffene einer Obstruktiven Schlafapnoe.

Etwa 20 Millionen Deutsche leiden an Schlafapnoe

Bei der Obstruktiven Schlafapnoe stockt Betroffenen nachts immer wieder der Atem. Neben Diabetes und Bluthochdruck ist sie eine der drei häufigsten Erkrankungen der Industrienationen, so Prof. Dr. Verse. Der Grund für die Atemaussetzer ist das Erschlaffen des Zungenmuskels und benachbarter Bereiche. Setzt die Atmung aus, sinkt der Sauerstoffgehalt im Blut. Es folgen kurze, körperliche Weckreaktionen. Die Erholung bleibt aus.

Viele Schlafapnoiker wissen laut Prof Dr. Verse oft nichts von ihren nächtlichen Atemaussetzern. Oft weist der Bettpartner oder die Bettpartnerin auf lautes, unrhythmisches Schnarchen hin. Neben einem zerwühlten und nassgeschwitzten Bett können auch Tagesmüdigkeit, Reizbarkeit und Depressionen Indizien für eine OSA sein. Mit zunehmendem Alter oder Übergewicht steigt die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung.

Komplexe Gründe für ausbleibende Erholung

Die Gründe für schlechten Schlaf sind vielfältig: Schichtarbeit, diverse Erkrankungen oder auch der Lebensstil haben bedeutenden Einfluss auf den Schlaf. Abhilfe schaffen kann eine gute Schlafhygiene mit Ritualen, einer reizarmen Umgebung oder dem Verzicht auf Teein und Koffein ab dem Nachmittag. Fehlt der Schlaf langfristig oder es besteht sogar der Verdacht auf eine Schlafapnoe, ist eine Diagnose im Schlaflabor unabdinglich. Schlafapnoe ist leicht diagnostizierbar und kann gut behandelt werden.

Therapiemethoden bei Obstruktiver Schlafapnoe

Die Standardtherapie bei einer Obstruktiven Schlafapnoe ist die Behandlung mit einer CPAP-Maske (CPAP = Continuous Positive Airway Pressure). Durch leichten Überdruck hält sie Atemwege offen und reduziert wirkungsvoll nächtliche Atemaussetzer. Viele Betroffene fühlen sich durch das Gerät allerdings unwohl oder klagen über Nebenwirkungen.

Prof. Dr. Verse
Die Behandlung mit einer CPAP-Maske ist die Standardtherapie bei einer Osbtruktiven Schlafapnoe, erklärt Prof. Dr. Verse.

Inspire Therapie – die Alternative nach CPAP

Die Inspire Therapie mit dem Zungenschrittmacher kann eine wirksame Alternative für diejenigen bieten, die mit der CPAP-Maske nicht zurechtkommen. Prof. Dr. Verse implantiert den Zungenschrittmacher seit etwa sechs Jahren selbst: „Eine tolle Therapie!“

Die Inspire Therapie funktioniert auf Knopfdruck und arbeitet im Einklang mit dem natürlichen Atemrhythmus. Dieser wird während des Schlafens kontinuierlich gemessen. Durch eine milde Stimulation am Zungennerv durch eine Elektrode werden auf natürlicher Grundlage die Atemwege offengehalten.

Standbild Inspire
Prof. Dr. Thomas Verse zeigt, an welcher Stelle die Elektrode den Zungennerv stimuliert.

Krankenkassen übernehmen Kosten

Unter bestimmten Voraussetzungen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten der Inspire Therapie:

• Bei einer mittleren bis schweren obstruktiven Schlafapnoe

• Wenn die CPAP-Therapie nicht ausreichend wirkt oder die Maske Probleme bereitet

• Bei einem Body Mass Index (BMI) unter 35

Inspire Grafik

Weitere Informationen zur Obstruktiven Schlafapnoe und ihrer Behandlung sowie wichtige Sicherheitsinformationen finden Sie unter www.InspireSleep.de. Hier erfahren Sie auch, in welchen Kliniken in der Nähe Ihres Wohnorts ein Zungenschrittmacher implantiert werden. Sie können auch die Telefon-Hotline unter 0800 / 77 44 22 10 anrufen.