Eine Frau im Fitnessstudio an den TRX-Bändern
  • Die meisten Menschen versprechen sich an Silvester feierlich, im neuen Jahr mehr Sport z u machen. An sich ein guter Vorsatz, doch wer sich zu viel vornimmt wird schnell Scheitern.
  • Foto: Imago

Gute Vorsätze: Sind Sie auch schon am Schweinehund gescheitert?

Die erste Woche des neuen Jahres ist fast geschafft. Haben Sie auch an Silvester viele gute Vorsätze für 2022 gefasst? Und geschworen, dass es dieses Jahr ganz bestimmt klappt? In den ersten Wochen geht es wahrscheinlich noch gut. Die Fitnessstudios sind erfahrungsgemäß zu Beginn eines neuen Jahres immer voll. Aber wie lange bleibt das so? Studien belegen, dass die Motivation bei den meisten von uns schnell nachlässt. Warum das so ist, weiß der Hamburger Dr. Christoph Ramcke: „Silvester ist nicht der richtige Zeitpunkt, um neue Vorsätze zu fassen.“

Motivationscoach Dr. Christoph Ramcke
Dr. Christoph Ramcke ist Sportwissenschaftler und Motivationscoach.

Viele Vorsätze werden aus einer (Silvester-)Laune heraus gefasst. Aber es fehle der Plan für die Umsetzung, sagt Ramcke, Doktor der Sportwissenschaft und seit 1998 in der Gesundheitsförderung tätig. „Obwohl die Vorhaben meist gut sind, fehlt die bewusste Entscheidung, sein Verhalten auch langfristig zu ändern und die Vorsätze in den Alltag einzubauen.

Ein Vorsatz wie 5-mal pro Woche ins Fitnessstudio zu gehen, ist für den Anfang ein zu großer Schritt. Das Ziel ist zu optimistisch. Es ist sinnvoller die „Taktik der kleinen Schritte“ anzuwenden. „Statt gleich jeden Tag ins Fitnesscenter gehen zu wollen, nehmen Sie sich das Sportprogramm doch zunächst nur 2-mal in der Woche vor“, sagt Christoph Ramcke. Wenn das gut klappt und man es geschafft hat, diese Routine in den Alltag zu integrieren, spricht nichts gegen eine Steigerung.


Mehr Samstag. Mehr Sonntag. Mehr MOPO!

Unsere extra-dicke MOPO AM WOCHENENDE hat es in sich: Auf 64 Seiten gibt’s aktuelle News, packende Reportagen, spannende Geschichten über Hamburgs unbekannte Orte und die bewegte Historie unserer Stadt, die besten Ausgehtipps für’s Wochenende, jede Menge Rätsel und vieles mehr. Die MOPO AM WOCHENENDE: Jeden Samstag und Sonntag für Sie am Kiosk – oder ganz bequem im Abo unter MOPO.de/abo


Die Maßnahmen in der Corona-Zeit machen es noch ein bisschen schwieriger, sich bewusst und aktiv für etwas zu entscheiden, da es teilweise nicht umsetzbar ist. Sich wieder mehr mit Freunden und Bekannten zu treffen, behagt logischerweise zurzeit nicht jedem. Was kann man stattdessen tun? Um sich die Entscheidungsmacht zurückzuholen, muss etwas gefunden werden, bei dem einem die Entscheidung nicht abgenommen werden kann. Viele Menschen haben das Spazierengehen – draußen mit Abstand auch mit Freunden möglich – für sich entdeckt. „Wenn wir dabei nicht vergessen, dass Gesundheit auch in Corona-Zeiten Spaß machen darf, dann ist das Ganze doch gleich viel besser“, ist sich Ramcke sicher. Denn: Bei einer bewussten Entscheidung besteht die realistische Möglichkeit, dass das Verhalten dauerhaft verändert wird und man auch noch nach Corona regelmäßig spazieren geht. Außerdem bringt die Corona-Zeit grundsätzlich nicht nur negative Folgen mit sich: Einsparung von Fahrtzeit und Kosten, mehr Zeit für die Kinder, Sport, Kochen, Bewegung und noch vieles mehr sind einige der positiven Auswirkungen. „Es ist wichtig, verschiedene Perspektiven zu beachten und nicht nur die negative Seite zu sehen“, sagt der Gesundheitsexperte.

Jemand steigt Treppenstufen hoch
Ein guter Vorsatz, der leicht umzusetzen ist: Immer die Treppe nehmen und Fahrstühle und Rolltreppen links liegen lassen.

Wie kann man seine guten Vorsätze also nachhaltig umsetzen? Der Tipp von Christoph Ramcke: „Nehmen Sie sich einen Zettel und notieren Sie zehn Dinge, die Sie in diesem Jahr verändern wollen. Von diesen zehn wählen Sie einen bis zwei Punkte aus, die nicht zu viel Zeit und keine bis geringe Kosten verursachen. Darauf konzentrieren Sie sich, um diese nachhaltig und dauerhaft zu verändern.“ Gemeint sind auch eher kleinere Dinge wie 30 Minuten früher schlafen gehen oder die Treppen, anstatt den Aufzug zu nehmen. „Es geht erstmal darum, in eine Veränderung zu kommen.“ Um dies zu schaffen, muss man einen konkreten Plan haben und die gewünschte Änderung aktiv in den Alltag und seine Routinen einbauen. Ramcke: „Hilfreich wäre,  eine Morgen- und eine Abendroutine zu haben. So startet und endet der Tag bewusst.“ Allerdings ist Geduld gefragt. Ungefähr drei bis sechs Monate dauert es bis man ein Verhalten nachhaltig in den Alltag integriert und eine wirkliche Routine entwickelt hat. Eine wichtige Grundvoraussetzung, um den Schweinehund an die Leine zu nehmen, ist: Spaß. „Denn Gesundheit darf Spaß machen ist schließlich mein Motto!“, sagt Dr. Christoph Ramcke.

Das könnte Sie auch interessieren: Nach dem Essen Zähne putzen? Nicht immer …

Auf seiner Website gibt es weitere Tipps: www.christophramcke.de

Gesundheitsthemen gibt es auch als Podcast. In „Butter bei die Nierchen“ spricht MOPO-Chef vom Dienst Stefan Fuhr mit Hamburger Ärztinnen und Ärzten. Hier können Sie schon einmal reinhören:

Email
Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp