• Eine Zeit lang komplett auf Alkohol zu verzichten, ist eine gute Idee.
  • Foto: dpa

Erstaunlich: Das passiert mit dem Körper nach 4 Wochen ohne Alkohol

Alkoholfreie Wochen oder sogar mehrere Monate ohne Feierabendbierchen oder das Gläschen Wein: Manch einer legt im Januar eine Alkoholpause ein. Aber bringt der kurze Verzicht eigentlich etwas?

Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick:

Auszeit vom Alkohol – ist das einen Versuch wert?

Eine Zeit lang komplett auf Alkohol zu verzichten und damit seinen Konsum gering zu halten, ist an sich eine gute Idee. Grundsätzlich gibt es keinen sicheren Alkoholkonsum. Denn schon geringe Mengen Alkohol erhöhen das Risiko für Zellschäden an der Leber.

„Fest steht: Je höher der Konsum, umso schädlicher“, erklärt Mediziner Georg Poppele. Michaela Goecke, Leiterin des BZgA-Referats Suchtprävention, betont: „Mit dem Alkoholkonsum steigen die Risiken für mehr als 200 verschiedene Krankheiten, insbesondere Herzkreislauf- und Krebserkrankungen.“

Gesundheits-Podcast: Macht Corona uns zu Alkoholikern?

Alkohol-Auszeit: Auf Bier, Wein und Co. verzichten – aber wie lange?

„Innerhalb von zwei Monaten können sich durch eine absolute Abstinenz auch nachweisbare Schäden an der Leber wie beispielsweise alkoholbedingte Entzündungen oder eine Fettleber zurückbilden“, sagt Poppele. Und bereits zwei bis vier Wochen Abstinenz können dem Immunsystem helfen, sich zu erholen.

Für eine Untersuchung der britischen Universität Sussex wurden 800 Teilnehmer nach vier Wochen Alkoholverzicht befragt. Sie gewannen laut eigenen Angaben nach einem „Dry January“ (alkoholfreier Januar) mehr Kontrolle über ihr generelles Trinkverhalten, hatten mehr Energie, eine schönere Haut, verloren Gewicht und schliefen besser.

Viele der Teilnehmer tranken nach dem vierwöchigen Alkoholverzicht zu Jahresbeginn auch noch im August weniger: Die Zahl der Tage pro Woche, an denen Alkohol konsumiert wurde, sank im Durchschnitt von 4,3 auf 3,3.

Das könnte Sie auch interessierenZermürbung und Überdruss? Was wirklich gegen den Corona-Blues hilft

„Wer sich einen Monat lang seine Abstinenzfähigkeit beweist und anschließend umso mehr trinkt und den Verzicht nachholt, tut sich keinen Gefallen“, warnt Prof. Falk Kiefer. Es sei generell besser, regelmäßig an mindestens zwei Tagen die Woche auf Alkohol zu verzichten, rät der ärztliche Direktor der Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim.

Auszeit vom Alkohol: Welche spürbaren Effekte gibt es?

Gerade für Menschen, die normalerweise täglich oder mehr als empfohlen trinken, ist der Verzicht eine lohnende Erfahrung, sagt Goecke: „Gewichtsverlust ist möglicherweise ein Effekt.“ Nicht nur, weil alkoholische Getränke oft kalorienreich sind, sondern auch, weil alkoholbedingter Heißhunger verschwinden kann. „Viele Menschen schlafen außerdem ohne das abendliche Glas Wein oder Bier tiefer und besser.“

Kiefer weist auch auf die psychologischen Effekte hin: Ein zeitweiser Alkoholverzicht könne das Bewusstsein für den eigenen Konsum erhöhen. „Viele Menschen unterschätzen die Macht der Gewohnheit. Der langsame Übergang zu einem riskanten Konsum wird oft nicht erkannt.“

Auf Alkohol im Alltag verzichten – wie gelingt das?

„Sein Verhalten zu ändern, ist grundsätzlich schwer“, sagt Goecke. Um die Lust auf Alkohol in den Griff zu bekommen, helfen kleine Tricks: Wenn man in einer solchen Situation eine Kleinigkeit erledigt oder sich ablenkt, gehe die Lust auf Alkohol oft schnell vorüber. (dpa/due) 

Email
Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp