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Eugenia Lagemann
  • Heute spricht Lars Meier mit Eugenia Lagemann
  • Foto: Sabine Skiba

Eugenia Lagemann: „Es gibt Umfelder, da wird seit Generationen nicht gewählt.“

Die Vorständin der Agentur fischerAppelt über die Hintergründe der Wahlmotivationskampagne „Wähl, was dich bewegt“. 

„Wie ist die Lage?“, unser fast täglicher Podcast in Kooperation mit der Gute Leude Fabrik, spürt aktuellen Fragen nach. Hier kommen prominente Lenkerinnen und unbekannte Denker zu Wort. Die Auswahl von PR-Profi Lars Meier ist rein subjektiv, aber immer spannend und überraschend. Die heutige Folge mit Eugenia Lagemann, Vorständin der Agentur fischerAppelt, wird ermöglicht durch unseren Partner „The Ray“, der neue Fitness-Club in der Alsterschwimmhalle. Den Podcast gibt es in voller Länge auf den üblichen Kanälen und am Sonntag und Montag um 12 Uhr bei ahoy radio.

Lars Meier: Liebe Frau Lagemann, Sie stecken hinter der Wahlmotivationskampagne „Wähl, was dich bewegt“. Wie ist es dazu gekommen? 

Eugenia Lagemann: Wir haben bei der Bürgerschafts-, Europa- und Bezirksversammlungswahl die Situation, dass wir eine heterogene Wahlbeteiligung haben. Es gibt einen riesigen Unterschied zwischen der Veddel und Hamburg-Ohlstedt. Da ist natürlich wirklich wichtig zu prüfen, wie wir das hinkriegen, dass wir die Wahlbeteiligung überall ähnlich hoch kriegen. Ähnlich hoch heißt jenseits der 60 Prozent, darunter ist man relativ unzufrieden. Dann ist das Parlament nicht von allen Bürgern und Bürgerinnen gleichermaßen legitimiert. Deswegen war es vor allem in der Strategie und in der Taktik extrem wichtig, mit kühlem Kopf darüber nachzudenken, wie man es wirklich schaffen kann, Leute zu erreichen, die vielleicht seit Generationen nicht wählen. 

Was sind die Gründe dahinter?

In bestimmten Umfeldern gibt es einfach eine traditionelle Wahlmüdigkeit, da wird seit Generationen nicht gewählt. Das Thema wird einfach ausgeblendet. Dann gibt es natürlich Leute, die akut träge geworden sind. Das kommt oft durch Frust. Dann gibt es die Fraktion, welche die Wahl für wahnsinnig kompliziert hält. Das Wahlsystem ist auch nicht ganz einfach. Diese vermeintliche Komplexität führt auch dazu, dass sich viele Leute dann doch nicht an die Urne begeben, weil sie sagen: „Das ist mir jetzt ja auch alles zu tüdelig, das lassen wir jetzt lieber gleich.“ Also drei große, sehr unterschiedliche Gründe, die dazu führen. 

Wie erreichen Sie die Menschen?

Wenn man von der Kanzel herab predigt, ist das meistens wenig von Erfolg gekrönt. „Angstmache“ führt auch nicht immer zum Erfolg, vor allem nicht, wenn man die Leute zu etwas motivieren will, was sie noch nie getan haben. Das heißt, es bleibt einem eigentlich nur, mit einer gewissen Leichtigkeit und Unbeschwertheit ein Thema zu platzieren, auf eine Art und Weise, die positiv ist und nicht durch das Negative kommt. Wir haben im Prinzip kommunizieren wollen: „Du wählst doch jeden Tag ein Hemd, Lederschuhe oder Sneaker, Müsli oder Butterbrot. Wähl auch einfach bei der Wahl. Mach dein Kreuz für die Demokratie.“ Wir bringen die Wahlurne von der Kanzel zu den Menschen, um ihnen zu zeigen, dass es weder schlimm, anstrengend oder kompliziert ist. Just do it. Auch die Briefwahl ist ja möglich, man muss ja nicht mal aufstehen. Wir sind überparteilich, es geht ums Parlament. Das heißt, wir haben keine Parteifarben. Wir sind das Hamburger Parlament, das Rathaus, die Bürgerschaft, etwas Lebendiges.

Die ganze Folge gibt es hier zum Nachhören. In der Rubrik „Nice oder Scheiß“ lobt Eugenia Lagemann die Arbeit von Björn Lengwenus, dem Schulleiter der Stadtteilschule Alter Teichweg in Hamburg-Dulsberg.

Folge 818 (Donnerstag, 06.06.) mit Eugenia Lagemann

„Wie ist die Lage?“, unser fast täglicher Podcast, spürt tagesaktuellen Fragen nach. Seit 2020 kommen prominente Lenker und unbekannte Denker knapp 15 Minuten zu Wort. Die Auswahl ist rein subjektiv, aber immer spannend und überraschend. Lars Meier, Chef der Kommunikationsagentur Gute Leude Fabrik, ruft fast täglich Barkeeper, Bäckerinnen, Bürgermeister oder andere Leude aus Hamburg an. Den ganzen Podcast gibt’s da, wo es Podcasts gibt.

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