HSV-Trainer Tim Walter
  • Der neue Erfolgstrainer beim HSV? Ex-Coach Thomas Doll traut Tim Walter einiges zu.
  • Foto: WITTERS

HSV-Idol Doll: Darum ist Walter „genau der richtige Trainer“

Mit den erfolgreichen Jahren der jüngeren HSV-Vergangenheit ist sein Name eng verknüpft: 2006 führte Thomas Doll (55) die Hamburger bis auf Platz drei in der Bundesliga und bislang letztmals in die Champions League. Doch auch seinem Nach-Nach-(…)-Nachfolger Tim Walter traut Doll erfolgreiche Jahre in Hamburg zu, erzählt er in der aktuellen Folge des aus der Sommerpause zurückgekehrten MOPO-Podcasts „Herz.Schlag.Verein” (unter anderem kostenlos hier bei Spotify oder hier bei Apple Podcasts) – und outet sich als echter HSV-Fan.

„Ich denke schon, dass er genau der richtige Trainer für den HSV ist”, sagt Doll im MOPO-Podcast und schwärmt von HSV-Coach Walter, den er bei einem Trainerlehrgang persönlich kennenlernte: „Er bringt eine Philosophie mit, hat neue Ansätze. Und er macht einen sehr stabilen und aufgeräumten Eindruck. Wenn es ein bisschen windig ist da oben in Hamburg, kippt er nicht gleich um – auch nicht in einem hektischen Umfeld. Das ist wichtig. Die Spieler können zu einem starken Mann hochschauen.”

Ex-HSV-Trainer Thomas Doll glaubt an den Wiederaufstieg

Doll, der von 2004 bis 2007 zweieinhalb Jahre als HSV-Trainer tätig war, glaubt deshalb auch, dass man in Hamburg mit Walter wieder einmal einen langjährigen Trainer gefunden haben könnte. „Warum nicht”, lacht Doll. „Vor allem, wenn er es schafft, ganz Hamburg glücklich zu machen – indem er aufsteigt. Das ist attraktiver Fußball und das finde ich gut. Sie haben sich nur nicht belohnt in vielen Spielen. Man wünscht sich natürlich, dass am Ende des Spieltags nicht nur ein Punkt steht, sondern drei. Aber bis jetzt sieht das alles ganz vernünftig aus.”

HSV: Hören Sie hier die Podcast-Folge mit Thomas Doll:

Den Aufstieg seines Ex-Vereins hält der im ungarischen Budapest lebende Doll in diesem Jahr für absolut realistisch. „Ich habe in den letzten Jahren oft gesagt, der HSV gehört zu den Favoriten und steigt auf”, gesteht er. „Ich wünsche es mir einfach, dass dieser fantastische Verein mit seinem fantastischen Stadion und seinen fantastischen Fans das schafft, weil sie einfach dahingehören. Aber das sagen natürlich auch Werder Bremen und Schalke 04 und viele andere Vereine.”

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Dass sich die Hamburger überhaupt in der Zweiten Liga befinden, schmerzt auch Doll. „Wie für jeden HSVer, der mit diesem Verein mitfiebert, ist das eine Situation, mit der man sich überhaupt nicht anfreunden mag”, stellt der 29-malige DDR-Nationalspieler klar, der später auch 18 Mal für Gesamtdeutschland aufgelaufen ist. „Der HSV ist ein Verein mit solch einer Wucht, mit solch einer Tradition, da hätte man sich nie vorstellen können, dass man sich mal in der Zweiten Liga wiederfindet. Man muss jetzt nur aufpassen, dass man sich dort nicht zu lange aufhält. Es wird Zeit, dass sie wieder in die Bundesliga kommen.”

Thomas Doll über den HSV: „Ich schaue die Spiele als Fan“

Zu Bundesliga-Zeiten war Doll einst als Spieler zum HSV gewechselt, kam 1990 aus der DDR nach Hamburg. „Ich hatte dort ein fantastisches Jahr”, erinnert er sich. Dabei wäre es fast nicht dazu gekommen. „Borussia Dortmund wollte mich unbedingt verpflichten”, verrät er. „Ich war schon in Dortmund und habe mir alles angeschaut, die Wohnsiedlungen, das Stadion. Aber am Ende kam der HSV und das passte einfach. Meine Eltern leben im Norden, ich mochte den HSV schon immer. Und es war eine großartige Entscheidung.”

Ehemaliger HSV-Trainer Thomas Doll
Von 2004 bis 2007 trainierte Doll den HSV und führte ihn 2006 in die Champions League.

Der 55-Jährige sieht sich nicht einfach nur als ehemaliger Spieler und Trainer, sondern inzwischen „ganz klar” als HSV-Anhänger. „Ich schaue die Spiele als Fan. Wenn ich am Wochenende die Wahl habe zwischen Premier League, italienischer oder spanischer Liga, schaue ich mir immer den HSV an”, lacht er. „Das ist einfach ein Muss, weil ich danach mit Freunden immer über das Spiel spreche.”

Gegen den HSV? Doll offen für Rückkehr in die 2. Bundesliga

Auf Dauer möchte Doll, der in wenigen Wochen zum dritten Mal Vater wird und eine Tochter erwartet, aber nicht einfach nur Fußball passiv im TV sehen. „Ich merke, dass mir die Wochenenden fehlen. Ich bin mit Leib und Seele Fußballtrainer und nur Fußballgucken befriedigt mich nicht”, gesteht er. Anfragen gab es zuletzt „viele, auch aus dem Ausland”, aber es sei noch nicht das Richtige dabei gewesen.

Auch eine Rückkehr nach Deutschland sei für Doll „interessant” und er sei „sehr offen” dafür, verrät er: „Ich hatte in der Vergangenheit schon den einen oder anderen Kontakt. Die Zweite Liga ist auch sehr, sehr interessant. Man soll niemals nie sagen, dass es vielleicht eines Tages Deutschland sein wird. Ich bin vorbereitet, wenn der Tag X kommt.”

HSV: Hören Sie hier die Podcast-Folge mit Thomas Doll:

In der ganzen Folge des Podcasts „Herz.Schlag.Verein” hören Sie außerdem, wo Thomas Doll am liebsten als Trainer arbeiten würde und welche Fehler der HSV in den letzten Jahren seiner Meinung nach gemacht hat. Der 55-Jährige erzählt auf unterhaltsame Weise von Jürgen Klopp, Hermann Rieger – und warum er wegen des Mauerfalls die WM 1990 verpasste. Jetzt bei SpotifyApple PodcastsDeezer und vielen weiteren Streaming-Anbietern kostenlos zum Anhören!

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