Eine Frau geht durch Schnee in Texas.
  • Eine Frau geht durch Schnee in Texas.
  • Foto: dpa/AP

Wintersturm in den USA: Eisige Temperaturen, Stromausfälle und mehrere Tote

USA –

Schon Anfang der Woche sorgte ein heftiger Wintersturm für eisige Kälte und flächendeckenden Schneefall in Amerika. Vor allem im Süden der USA herrschen aktuelle chaotische Zustände: Millionen Menschen müssen ohne Strom ausharren, Medienberichten zufolge sind bereits über 20 Menschen ums Leben gekommen.

Es sind historische Ausmaße: Laut dem amerikanischen Sender CNN sind fast Dreiviertel der USA mit Schnee bedeckt, mehr als 2000 Kälterekorde mit Minusgraden wurden in den vergangenen Nächten im Land aufgestellt. Sogar einen Tornado verursachte das Winterwetter im Bundesstaat North Carolina.

Extremwinter in den USA: Millionen Menschen ohne Strom

Doch das größte Problem: Vielerorts fällt der Strom aus, denn das ungewöhnlich kalte Winterwetter führt im Süden und Osten des Landes zu Überlastungen des Stromnetzes; Medien berichteten auch von eingefrorenen Windrädern und Pipelines.

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Insbesondere die Bundesstaaten Texas, Louisiana, Kentucky und Missouri sind betroffen. Laut Medienberichten sind mindestens 21 Menschen ums Leben gekommen. Zu den Ursachen zählen wetterbedingte Verkehrs- oder andere Unfälle und Unterkühlungen. Um sich trotz der Stromausfälle bei der Eiseskälte warm zu halten, greifen Bewohner aber auch zu gefährlichen Methoden: So starben in der texanischen Stadt Houston eine Frau und ein Mädchen an einer Kohlenmonoxidvergiftung. Nach Angaben der Polizei hatten sie den Motor eines Autos in einer am Haus angeschlossenen Garage laufen lassen, um Wärme zu erzeugen. Vier weitere Personen starben bei einem Hausbrand.

Drei junge Frauen mit Schlitten in Texas.

Drei junge Frauen mit Schlitten auf einer verschneiten Straße in Texas.

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dpa/AP

Die Gesundheitsbehörde des südlichen Bundesstaates warnte davor, elektrische Generatoren, Grillgeräte, Campingkocher und andere für den Außenbetrieb vorgesehene Geräte zu diesem Zweck im Haus zu benutzen. Der Gouverneur von Texas, der Republikaner Greg Abbott, forderte zudem eine Untersuchung zu den Ursachen für die Stromausfälle. „Wir wussten eine Woche im Voraus, dass dieser Sturm kommt“, sagte er im TV-Sender KLBK. Der Stromlieferant Ecrot hätte über einen Notfallplan verfügen müssen.

 Corona-Impfungen: Logistikprobleme wegen des Extremwetters

Auch auf die Corona-Impfungen wirkt sich das Winterextrem aus: Die Gesundheitsbehörde CDC erwartet Medienberichten zufolge für die kommenden Tage „weitflächige“ Verzögerungen bei der Auslieferung von Corona-Impfdosen, weil der Sturm der Betrieb mehrere Logistikzentren beeinträchtigt. Es blieb jedoch zunächst unklar, wie viele Impfstoffdosen betroffen sind.

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Das Weiße Haus teilte mit, dass US-Präsident Joe Biden mit den Gouverneuren der betroffenen Staaten über das „extreme Winterwetter“ gesprochen habe. Die Regierung werde alle verfügbaren Ressourcen einsetzen, um den Menschen zu helfen, „diesen historischen Sturm“ zu überstehen. „Wir haben es nicht fast ein Jahr lang durch eine Pandemie geschafft, um Menschen durch Schnee oder einen Eissturm zu verlieren“, so auch der Andy Beshear, Gouverneur von Kentucky.

Wetterdienst: Noch gibt es keine Entwarnung

Auch in Mexiko waren Millionen Menschen zeitweise ohne Strom, im Norden des Landes starben mehrere Menschen. Wie in mehreren amerikanischen Bundessaaten wurde der Notstand ausgerufen. Und noch gibt es keine Entwarnung: Ein weiterer Wintersturm soll nach Behördenangaben bis Donnerstag erneut schwere Schneefälle und Eis in die Region bringen. (dpa/ncd)

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