• Warnt reiche Länder vor Egoismus: WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.
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WHO & Co. sicher: So ließe sich die Pandemie bis 2022 besiegen – weltweit!

New York –

Mit der Corona-Pandemie ist es wie mit der Erderwärmung: Das Problem lässt sich nur global lösen. Deshalb haben nun vier wichtige internationale Organisationen einen Vorschlag gemacht, wie sich die Pandemie weltweit beenden ließe. Die Absender haben Gewicht: Es handelt sich um die Weltgesundheitsorganisation WHO, die Welthandelsorganisation WTO, die Weltbank und den Internationalen Währungsfonds.

Es sei vor allem die Ungleichheit bei der Impfstoffverteilung, die die Pandemie am Laufen halten werde, ist WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus überzeugt: „Die Impfkrise zeigt eine skandalöse Ungleichheit. Mehr als 75 Prozent der Impfungen sind bisher in gerade einmal zehn Länder verteilt worden.“

In den ärmeren Ländern sei meistens noch nicht einmal das medizinische Personal geimpft. Das sei vom menschlichen Leid abgesehen auch kurzsichtig, argumentieren die Experten. Denn solange das Virus in anderen Teilen der Welt ungebremst wüten könne, steige auch die Wahrscheinlichkeit von gefährlichen Mutationen, die früher oder später auch in den reichen Länder ankommen würden.

WHO: Ungleichheit der Impfstoffverteilung hält Pandemie am Laufen

Die WHO ist überzeugt, dass sich die Pandemie innerhalb eines Jahres beenden ließe. 50 Milliarden Euro seien dafür notwendig. Das Geld müsse vor allem in die Produktion von Impfstoffen in den Entwicklungsländern gesteckt werden. Dafür sei eine Aufhebung der Patente notwendig sowie ein entsprechender Wissenstransfer. Auch die globalen Lieferketten müssten entsprechend umgestaltet werden.

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Das Geld sei gut investiert, sagen die Experten, „möglicherweise sogar die beste Verwendung öffentlicher Gelder zu unseren Lebzeiten“. Denn eine schnelle Beendigung der Pandemie würde zu einer wirtschaftlichen Erholung führen, die bis 2025 etwa neun Billionen Dollar an zusätzlicher globaler Wirtschaftsleistung erzeugen würde. Diese Summe würde zu 40 Prozent den Industriestaaten und zu 60 Prozent den Entwicklungsländern zugutekommen, rechnet die WTO vor.

Die Beendigung der Pandemie sei ein lösbares Problem, sagen die Experten. Erforderlich sei jedoch schnelles, globales Handeln. (cmb) 

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