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Wenn alles billiger wird…: Experten befürchten Abwärtsspirale für Wirtschaft

Die Corona-Krise zeigt Auswirkungen, die bis an den Küchentisch reichen: Obst und Gemüse wurden merklich teurer und auch der Preis für Fleisch stieg. Ökonomen fürchten eine Inflation, doch auch ein anderes Szenario wäre möglich.

Seit Anfang Februar wurden Tomaten um fast ein Viertel teurer, Mais um 13 Prozent, so der sogenannte „Chili-con-Carne-Index“ der Universität Hohenheim. Der Index zeigt, dass sich die Zutaten für das beliebte Rezept von Anfang Februar bis Mitte April um 6,0 Prozent verteuerten.

Gleichzeitig zeigt die offizielle Inflationsstatistik einen gegenläufigen Trend: Laut den vorläufigen Daten ist die Inflationsrate in Deutschland von 1,2 Prozent im Februar auf 0,8 Prozent im April gefallen.

Wirtschafts-Experten warnen vor Deflation wegen Corona-Krise

Der Trend dürfte sich mit Blick auf den jüngsten Crash auf dem Ölmarkt noch verstärken – die Inflationsrate wird maßgeblich von den Veränderungen der Ölpreise bestimmt.

Ökonomen wie Markus Demary vom Institut der deutschen Wirtschaft oder der DekaBank-Ökonom Ulrich Kater warnen davor, dass die Corona-Pandemie eine Deflation auslösen könnte, so berichtete die „Tagesschau“.

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Anders als bei einer Inflation, bei der Waren und Dienstleistungen immer teurer werden, versteht man unter einer Deflation den anhaltenden Rückgang des Preisniveaus für Waren und Dienstleistungen. Bedeutet: Der Wert des Geldes steigt.

Deflation kann negative Konsequenzen für Wirtschaft haben 

Was sich erstmal nach einer positiven Entwicklung anhört, birgt jedoch ebenfalls negative Konsequenzen: Während einer Deflation neigen die Menschen dazu, ihr Geld zu sparen und auf größere Einkäufe zu verzichten.

Dadurch sinkt die Nachfrage, der Gewinn der Unternehmen bricht ein und Mitarbeiter können entlassen werden. Das wiederum drückt die Nachfrage weiter nach unten – eine gefährliche Spirale beginnt.

Wirtschaftsexperten in Sorge: Inflation kann längerfristiges Problem werden

Einige Experten halten das Deflationsrisiko jedoch nur für ein kurz- bis mittelfristiges Problem. Langfristig sei eine Inflation jedoch die größere Sorge.

Sie verweisen auf die bisher einmalige Geldschwemme der Notenbanken. Das viele Geld der Notenbanken, zusammen mit der direkten oder indirekten Finanzierung der Staatsschulden sei die Basis für hohe Inflationsraten, so berichtet die „Tagesschau“.

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„Historisch gesehen haben hohe Schuldenlasten für Regierungen Anreize geschaffen, eine höhere Inflation zu erzeugen, um den Schuldenwert zu reduzieren“, so Andrew Wilson von Goldman Sachs Asset Management.

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