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Wegen Schweinepest-Ausbruch: China verbietet Fleisch-Import aus Deutschland

Peking –

Schlechte Nachricht für deutsche Bauern: Nach dem Ausbruch der Schweinepest in Brandenburg hat nicht nur Südkorea, sondern nun auch China ein Import-Verbot für Schweinefleisch aus Deutschland verhängt. Landwirte befürchten massive Einbußen.

Die Afrikanische Schweinepest kursiert schon seit Monaten in Polen. Eine Ausbreitung nach Deutschland war stets befürchtet worden. Am Donnerstag war das Virus dann bei einem in Brandenburg aufgefundenen toten Wildschwein festgestellt worden – der erste Fall in Deutschland.

Südkorea und China verkünden Import-Stopp für deutsches Schweinefleisch

Sofort wurden notwendige Maßnahmen wie der Bau eines Zauns rund um den Fundort angeordnet. Doch wirtschaftliche Konsequenzen ließen sich damit nicht verhindern. Als erstes verkündete Südkorea einen Import-Stopp für deutsches Schweinefleisch. Am Samstag folgte China.

Das chinesische Landwirtschaftsministerium teilte mit, dass ab sofort nicht nur der Import von Frischfleisch aus Deutschland verboten ist, sondern auch die Einfuhr von Schweinefleischprodukten wie beispielsweise Gelatine.

Bundesagrarministerium im Krisen-Modus

Bauernpräsident Joachim Rukwied zeigte sich besorgt: Ein Wegbrechen des chinesischen Marktes „würde uns sehr, sehr stark treffen“. Das Bundesagrarministerium spricht nach eigenen Angaben mit mehreren Nicht-EU-Staaten über weitere Handelsmöglichkeiten. Ziel ist, Exportstopps wegen der Tierseuche nur auf Schweinehalter aus betroffenen deutschen Regionen zu begrenzen. 

Laut Agrarministerium bleiben 70 Prozent der Exporte im europäischen Binnenmarkt. Und in die EU sind Ausfuhren auch nach dem ersten Schweinepest-Fall überwiegend weiter möglich. Denn statt für ganz Deutschland gelten schon die regional begrenzten Beschränkungen, die mit asiatischen Ländern nun erst angestrebt werden. Das gilt vor allem für China, wohin laut Ministerium 17 Prozent der Schweinefleisch-Ausfuhren gehen.

Brandenburg stellt Elektrozaun rund um Kadaver-Fundort auf

Der Verband der Fleischwirtschaft mahnte zur Eile. Neben der akuten Seuchenbekämpfung sollten „schnellstmöglich Vereinbarungen mit Drittländern zur Wiederaufnahme des Handels mit Schweinefleisch“ getroffen werden. Nur so könne aus schweinepestfreien Regionen in Deutschland weiter Fleisch exportiert werden. Das Ministerium hob hervor, dass das Geschehen weiterhin sehr begrenzt auf Brandenburg und das eine Wildschwein sei. Es gebe vorerst keinen Fall, der weiter entfernt liege, oder ein Überspringen auf einen Hausschweinbestand.

In Brandenburg soll heute noch mit dem Aufstellen eines Elektrozauns in einem Radius von drei Kilometern um den Fundort des Wildschweins begonnen werden. Das teilte der Landkreis Spree-Neiße mit. Um die Fundstelle des weitgehend verwesten Kadavers in der Gemeinde Schenkendöbern wurde ein vorläufiges gefährdetes Gebiet mit einem Radius von 15 Kilometern festgelegt. Dort sollen Beschränkungen für Jäger und Bauern angeordnet werden. 

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In der Zone gibt es nach Angaben des Verbraucherministeriums Brandenburg rund 20 Schweinehalter, einer mit 5000 Schweinen ist sieben Kilometer vom Fundort entfernt. (ng/dpa)

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