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Wegen gepanschten Alkohols: 44 Menschen sterben – in nur wenigen Tagen

Istanbul –

In der Türkei wird selbst gebrannter Alkohol zusehends zu einem Problem für die Gesundheit der Menschen. Mindestens 44 Menschen sind innerhalb von nur einer Woche an den Folgen des Konsums gestorben. Eine Ursache für diese Entwicklungen könnten Steuererhöhungen sein, die die Preise für handelsüblichen Alkohol in die Höhe treiben. 

Allein in der Provinz Izmir sind in der vergangenen Woche 18 Menschen am Konsum von schwarzgebranntem Alkohol gestorben, in Istanbul waren es sieben. Insgesamt 30 Menschen befanden sich zuletzt in ärztlicher Behandlung. Wie die staatliche Nachrichtenagentur „Anadolu“ berichtet, gehen die Todesfälle in der Regel auf Methanol zurück, welches auch zu Blindheit und schweren Stoffwechselstörungen führen kann.

Innerhalb einer Woche: Mindestens 44 Tote nach Konsum von selbstgebranntem Alkohol

Das Phänomen des Schwarzbrennens scheint sich dennoch in dem Land auszuweiten: Bei Hausdurchsuchungen haben Beamte laut der Tageszeitung „Hürriyet“ teils tausende Liter gepanschten Alkohol an verschiedenen Orten in der Türkei sichergestellt. 

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Wie das türkische Innenministerium mitteilte, könnten teils auch alkoholhaltige Reinigungsmittel bei der Herstellung der hausgemachten Spirituosen benutzt worden sein. Bereits 58 Menschen wurden laut Polizeiangaben wegen des Verdachtes der Produktion oder des Verkaufes solcher Substanzen festgenommen, sieben sollen sich immer noch in Haft befinden. 

Steuererhöhungen führen in der Türkei zum Schwarzbrennen von Alkohol

Als Ursache für die Häufung der Fälle werden die Steuererhöhungen auf Alkohol in der Türkei vermutet, die die Getränke für die Bevölkerung immer unerschwinglicher machen. Die Regierung unter der konservativ-islamischen Partei AKP hatte die Steuern laut Nachrichtenagentur Reuters zuletzt im Juli um weitere rund sieben Prozent erhöht. 

Eine Flasche des Nationalgetränks Raki kostet inzwischen umgerechnet fast 19 Euro. Die Steuererhöhungen könnten dazu geführt haben, dass Menschen nun vermehrt selbst Alkohol brennen und verkaufen, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters einen Experten.

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