Kämpft für vegane Ernährung: Schauspieler Joaquin Phoenix (45).
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Vom Küchentisch aus: So erbittert kämpft Joaquin Phoenix gegen die „Hölle auf Erden“

Los Angeles –

Schon seit Jahren macht sich Oscar-Preisträger Joaquin Phoenix für den Tierschutz stark, lebt aus Überzeugung vegan. In einem neuen Video plädiert der 45-Jährige nun erneut für eine rein pflanzliche Lebensweise – und wählt dabei ziemlich drastische Worte. Und all das vom Küchentisch aus.

„Es gibt so viel Schmerz in der Welt, gegen den wir nichts tun können, aber an dem Leid von Tieren beteiligt zu sein, zählt nicht dazu“, mahnte der Schauspieler in einem gestern von der Tierschutzorganisation „Peta” veröffentlichten Video.

Unter dem Motto „Ändere die Welt von deiner Küche aus“ rief er seine Fans dazu auf, sich vegan zu ernähren. Seine Botschaft hatte der Hollywoodstar am eigenen Küchentisch in Los Angeles aufgenommen.

Phoenix über Massentierhaltung: „Hölle auf Erden“

Phoenix bezeichnete die Massentierhaltung als eine „Hölle auf Erden“ für die Tiere. In dem Clip wurde deutlich, was er damit meint: So sind darin auch heimlich aufgenommene Sequenzen von Tierschützern von einer umstrittenen US-Hühnerfarm mit Legehennen in überfüllten Käfigen und Tierquälereien zu sehen.

Phoenix, der für seine Darstellung des Kult-Bösewichts Joker im Februar den Oscar bekam, ist mit seinen Aktionen für den Tierschutz schon mehrmals in den Schlagzeilen gelandet: Im Januar fuhr er unmittelbar nach den Screen Actors Guild Awards (SAG) zu einem Schlachthaus – statt seine Auszeichnung als bester Hauptdarsteller mit Champagner und Kaviar zu feiern. Im Schlachthaus kümmerte er sich mit anderen Aktivisten um Schweine und gab ihnen Wasser durch Öffnungen in einem Lastwagen.

Oscars 2020: Joaquin Phoenix beeindruckt mit Rede

Auch die Oscar-Bühne nutzte er im Februar, um sich in seiner Dankesrede erneut für sein Herzensthema stark zu machen – und rührte das Publikum im Saal und an den Fernsehbildschirmen zu Tränen. Phoenix klagte an: „Wir glauben, dass wir das Zentrum des Universums sind. Wir haben uns sehr distanziert von der natürlichen Welt.“

Auch was die Milchproduktion anging, fand Phoenix, der angeblich nur Kleidung aus pflanzlichen Rohstoffen tragen soll, klare Worte: „Wir fühlen uns berechtigt, eine Kuh künstlich zu befruchten und ihr Baby zu stehlen, obwohl ihre Angstschreie unüberhörbar sind. Dann nehmen wir ihre Milch, die für ihr Kalb gedacht ist und geben sie in unseren Kaffee und unser Müsli.“

Joaquin Phoenix geht auch mit sich selbst ins Gericht

Der in Hollywood als „enfant terrible” und schwierig geltende Phoenix gab sich aber auch selbstkritisch und sagte: „Ich war egoistisch, es war nicht immer einfach, mit mir zu arbeiten und ich bin dankbar, dass ich von vielen eine zweite Chance bekommen habe. Wenn wir uns gegenseitig helfen zu wachsen und uns unterstützen, das ist der größte Moment der Menschlichkeit.“ Seine aufrüttelnde Rede, in der es neben dem Tierschutz auch um Rassismus und Homophobie ging, wurden millionenfach im Internet geklickt.

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Phoenix’ Worte berühren, weil sie leidenschaftlich sind, von Herzen kommen. Während er spricht, wirkt er entschlossen, drastisch und so, als ob es für ihn in dem Moment nichts wichtigeres gibt. Kurz: Man nimmt es ihm ab. Eher selten in der Traumfabrik, in der viele Schauspieler vor allem um sich selbst drehen oder Engagement für eine Sache lediglich vorgaukeln. (dpa/alp)

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