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  • Foto: picture alliance/dpa

Verschwörungstheorie QAnon: Wo sie herkommt und was dahintersteckt

Mit der Corona-Pandemie verbreiten sich absurde Verschwörungstheorien in Deutschland. Immer wieder ist dabei auch von „QAnon“ die Rede: Es geht um entführte und gefolterte Kinder, Hillary Clinton und Donald Trump spielen darin eine Rolle. Und die Zahl der Menschen, die daran glauben, dass dieses Horrormärchen wahr ist, steigt hierzulande – der bekannteste Anhänger ist wohl Xavier Naidoo.

Die Verschwörungstheorie kursiert bereits seit 2017 in den USA. Ein Unbekannter verbreitete im Internet folgende absurde Geschichte: Ein Geheimbund rund um die frühere US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton halte Tausende entführte Kinder in Kellern und Tunnelsystemen gefangen. Die Kinder erleiden dort Folterrituale, bei denen ihnen Blut abgenommen wird. Über den Grund sind sich die Verschwörer nicht einig: Manche glauben, die Kinder werden als Sexsklaven gehandelt. Andere sind davon überzeugt, dass ihr Blut Teil eines Supermedikaments ist, welches der Elite vorbehalten wird. 

Verschwörungstheorie QAnon: Wo sie herkommt und was dahintersteckt

Was den anonymen Autoren, der sich im Internet selbst „QAnon“ nennt, in den Augen der Verschwörer glaubwürdig macht: Er behauptet, als hochrangiger Regierungsmitarbeiter geheime Dokumente einsehen zu können. Das „Q” im Namen ist an „Q Clearance” angelehnt: Es bezeichnet die höchste Freigabestufe für geheime Informationen, die der Autor angeblich besitzt. Da Nutzer von „4chan” – dem Online-Netzwerk, in dem die Verbreitung der Verschwörungstheorie begann – lediglich die Bezeichnung „Anonymous” haben, ist daraus „QAnon” entstanden. 

Unter diesem Decknamen versorgt der Unbekannte das Internet mit kryptischen Informationen zu seiner Verschwörungstheorie. Dazu gehört auch, dass US-Präsident Donald Trump schon Tausende Kinder befreit haben soll. Auf Twitter teilte Trump selbst bereits Beiträge von Verschwörern.

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Mit der Corona-Krise schwappte „QAnon“ auch nach Deutschland über. Inzwischen tauschen sich hierzulande Zehntausende Anhänger auf Facebook, YouTube und den Messenger-Diensten Telegram und Whatsapp aus. Dazu zählt auch Xavier Naidoo: Ein YouTube-Video, das er dem Journalisten Oliver Janich zugespielt hat, zeigte den Sänger weinend und sichtlich um Worte ringend. Xavier Naidoo spricht davon, dass „in diesen Momenten in verschiedenen Ländern der Erde Kinder aus den Händen pädophiler Netzwerke befreit” werden. 

Verschwörungstheorien: Darum sind sie gefährlich

Auch die Attentäter von Halle und Hanau beriefen sich auf Elemente verbreiteter Verschwörungstheorien: Der Mann, der in Hanau neun Menschen wegen ihres ausländischen Aussehens erschoss, sprach in einem YouTube-Video ebenfalls davon, dass ein Geheimbund, der die US-Politik steuere, Kinder misshandele. Und genau das macht die Verschwörungstheorien so gefährlich: Menschen glauben nicht nur daran, sie handeln auch danach. (mhö)

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