• Die Rafflesie blüht normalerweise sieben bis neun Tage vor ihrem Tod.
  • Foto: picture alliance/dpa/BERNAMA

Ungewöhnliche Riesen-Pflanze: Diese schöne Blume riecht nach Aas

Jakarta –

Der Regenwald ist ein endloses Geflecht aus Grünschattierungen – da fallen Farbtupfer auf. Die Rafflesie allerdings ist mehr als ein Tupfer – sie ist ein Koloss von einer Blume. Auch ihr Geruch ist, gelinde gesagt, speziell. Die Pflanze gibt Forschern Rätsel auf.

Wer in den Dschungeln Südostasiens schon einmal eine Rafflesie gesehen hat, wird das Erlebnis vermutlich nie vergessen. Die Schmarotzergewächse sind wohl die größten Blumen der Welt, und vermutlich auch die übelriechendsten. Mit ihrem Gestank ahmen sie Aas nach – eine clevere Art, sich das Überleben zu sichern.

Stinke-Blume: Die Rafflesie riecht nach Aas

Auch sonst ist sie ein merkwürdiges Gewächs. Im Grunde fehlen ihr alle Merkmale einer „normalen“ Blume: Sie hat keine Blätter, keinen Stiel, keine Wurzel, sondern lebt komplett als Parasit und verankert sich an ihrer Wirtspflanze – meist Lianen- oder Rebengewächse.  „Lediglich die Blüten sind gut entwickelt und bilden die typischen nach Aas riechenden Riesenformen“, erklärt WWF-Südostasien-Experte Stefan Ziegler. Dabei ist die kolossale Pracht extrem kurzlebig. Schon nach drei bis sieben Tagen verwelken die mehrere Zentimeter dicken, ledrigen Blüten.

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„Selbst die kleinste Rafflesie hat etwa die Größe eines großen Tellers“, schreibt das „Harvard Magazine“. Viele verfügen aber über einen für Blumen-Verhältnisse schier unfassbaren Durchmesser von bis zu einem Meter! Den Rekord hält seit letztem Jahr ein Expemplar in Sumatra mit einer 111 Zentimeter großen Blüte.

Rafflesie vor mehr als 200 Jahren entdeckt

Aber warum hat die Rafflesie eine solche Größe und einen derart üblen Gestank ausgebildet? Ziegler erklärt: „Eine plausible Vermutung besagt, dass große Blüten auch mehr Pollen produzieren und mehr Fliegen anlocken, die den Pollen ja von einer männlichen zu einer weiblichen Blüte verfrachten.“ Je größer die Blüte und je mehr Gestank nach verwesendem Fleisch, desto höher die Wahrscheinlichkeit einer Bestäubung.

Erstmals dokumentiert wurde eine Rafflesie vor mehr als 200 Jahren. Sie ist benannt nach dem Naturforscher und späteren Gründer von Singapur, Sir Stamford Raffles (1781-1826). Ihr Verbreitungsgebiet reicht von Thailand über die Philippinen bis nach Malaysia und Indonesien. Bis heute wurden etwa 40 Arten entdeckt, Tendenz steigend. Denn: schwer zu finden sind sie ja nicht. (mik/dpa)

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