• Maske tragen und Impfungen? Im Grunde so schlimm wie der Holocaust, denken einige „Querdenker“.
  • Foto: Boris Roessler/dpa

„Ungeimpft“: Antisemitismus-Beauftragter: Davidsterne auf Corona-Demos verbieten!

Berlin –

Dass gelbe Davidsterne mit der Aufschrift „Ungeimpft“ die jüdischen Opfer des Holocaust verhöhnen, sollte im Grunde jedem klar sein. Sowohl bei rechten als auch linken sowie bürgerlichen „Querdenkern“ scheint Antisemitismus aber relativ verbreitet, zumindest geduldet zu sein. Der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, mahnt nun zum Durchgreifen.

Klein fordert Städte und Kommunen auf, bei Demonstrationen das Tragen eines gelben Sterns zu untersagen. „Wenn Menschen sich auf Demonstrationen sogenannte Judensterne anheften und damit Vergleiche ziehen, die den Holocaust relativieren, sollte dagegen mit den Möglichkeiten des Ordnungsrechts vorgegangen werden“, sagte Klein dem „Tagesspiegel“.

Unsäglicher Vergleich: Corona-Maßnahmen = Holocaust

Auf Kundgebungen gegen die Corona-Maßnahmen hatten Teilnehmer wiederholt einen gelben Stern mit der Aufschrift „Ungeimpft“ getragen und damit ihre Situation mit der Verfolgung von Juden in der Zeit des Nationalsozialismus gleichgesetzt. Der Regierungsbeauftragte verwies auf die Stadt München, die in den Auflagen für die Kundgebungen das Tragen eines gelben Sterns verboten hatte. „Ich hoffe, dass sich weitere Städte dem Beispiel Münchens anschließen.“

Lesen Sie auch:  Geplante Demo vor Wohnhaus – Polizei schützt Ministerpräsidenten vor „Querdenkern“

Angesichts der deutlich gestiegenen Zahl judenfeindlicher Straftaten rief Klein dazu auf, im Alltag gegen Antisemitismus einzuschreiten. „Die Gleichgültigkeit ist unser größter Feind“, sagte der Beauftragte. „Wir brauchen eine wachsame, wehrhafte, mutige Zivilgesellschaft.“ Der Staat allein könne es nicht richten. (mp/dpa)

Email
Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp