Das Tragen von Masken ist in Florida keine Pflicht, wird wegen der hohen Corona-Fallzahlen aber empfohlen. (Archivbild)
  • Das Tragen von Masken ist in Florida keine Pflicht, wird wegen der hohen Corona-Fallzahlen aber empfohlen. (Archivbild)
  • Foto: imago images/ZUMA Wire

Trotz hoher Corona-Fallzahlen: Sheriff verbietet das Tragen von Schutzmasken

Miami –

Verkehrte Welt in den USA: In Florida hat ein Sheriff seinen Untergebenen das Tragen von Corona-Schutzmasken untersagt – und das, obwohl der Bundesstaat besonders stark von der Corona-Pandemie betroffen ist.

„Masken werden nicht getragen“, schrieb Billy Woods in einer E-Mail an seine Kollegen, wie die örtliche Zeitung „Ocala Star Banner“ am Mittwoch (Ortszeit) berichtete. Woods ist Leiter der Polizeibehörde in Marion County, das in Zentral-Florida liegt.  

Florida einer der größten Corona-Hotspots der USA

Das Tragen von Masken ist in Florida zwar keine Pflicht, wird aber empfohlen – der Bundesstaat gehört zu den größten Corona-Hotspots in den USA. Am Mittwoch wurden in Florida 212 neue Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus registriert, am Vortag waren es 276. Insgesamt wurden bisher mehr als 550.000 Corona-Infektionen in dem südöstlichen Bundesstaat festgestellt, in 8765 Fällen endete der Krankheitsverlauf tödlich. Zudem sind ein Drittel der Einwohner von Marion County älter als 65 Jahre alt und gehören damit zur Risikogruppe.

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Die örtliche Polizei will davon offenbar nichts wissen. „Meine Anweisung gilt für euch, solange ihr im Dienst seid und als meine Mitarbeiter das Büro repräsentiert“, zitierte die Zeitung den Sheriff in seiner E-Mail. Das Maskenverbot gelte auch für Besucher der Polizeibehörde. Die Begründung: Nur so könne jeder, der sich im Gebäude aufhält, im Einzelnen „identifiziert“ werden. Ausgenommen von dem Maskenverbot sind nur Beamte, die in Gefängnissen, Schulen und Krankenhäusern arbeiten.

Sheriff stimmte seine Entscheidung wohl mit Donald Trump ab

Die Anweisung sei nötig geworden, „um dem heutigen Hass gegen Polizeibeamte in unserem Land“ zu begegnen, begründete der Sheriff seine Entscheidung. Offenbar nahm Woods damit auf die Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt Bezug, die die USA seit Wochen erschüttern.

Auf Facebook gab Woods an, dass er wegen seiner Entscheidung mit US-Präsident Donald Trump telefoniert habe. Dieser hatte sich selbst monatelang geweigert, in der Öffentlichkeit eine Maske zu tragen. (skö)

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