• Eine Krankenschwester auf einer Corona-Intensivstation. 
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Tragischer Fall: Patient infiziert sich zweites Mal mit Corona – und stirbt

Eine erste Corona-Infektion hatte der 72-Jährige überstanden, die zweite aber überlebte er nicht. Der Fall ist tragisch, aber Experten zufolge kein Grund zu größerer Beunruhigung.

Kann man sich zweimal mit Corona anstecken und dann möglicherweise sogar sterben? Ja, sagt Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie. Aber: „Das ist ein Ausnahmefall, nach dem ich keine Alarmglocken läuten lassen würde“.

Die bekannten Fälle zeigten, dass Infizierte bei einer ersten Erkrankung nicht immer eine ausreichende Immunität aufbauten und sich erneut anstecken könnten, so der Dortmunder Immunologe. Wie viele Antikörper ein Infizierter entwickle, hänge in der Regel mit der Schwere der Erkrankung zusammen. Wer beispielsweise keine Symptome zeige, bilde oft wenige bis keine Antikörper.

Weltweit nur einige Dutzend Fälle von Reinfektion bekannt

Weltweit sind bislang nur einige Dutzend Fälle der sogenannten Reinfektionen bekannt. Die meisten von ihnen seien milder verlaufen als die ersten Ansteckungen, wenngleich es auch wenige Ausnahmen gegeben habe, heißt es in der Fachzeitschrift „British Medical Journal“ (BMJ). „Es ist fast sicher, dass die Immunität nach einer milden ersten Infektion nicht lange anhält“, zitiert das BMJ den Medizinprofessor Paul Hunter. Unterm Strich verlaufe eine Reinfektion aber in der Regel weniger schwer, da das Immunsystem bereits gerüstet sei.

In Baden-Württemberg war nach Angaben des Landesgesundheitsamtes ein 72-jähriger Covid-Patient aus dem Kreis Freudenstadt gestorben, der zuvor bereits von einer Erkrankung mit dem Virus genesen war. Es ist laut LGA der erste derartige Fall im Südwesten und womöglich auch in Deutschland, der bekannt geworden ist. 

Nach Angaben des LGA handelt es sich um einen Mann, der im April 2020 erstmas an Covid-19 erkrankt war. Ende Dezember 2020 habe sich der Mann erneut angesteckt, was Anfang Januar festgestellt worden sei. Er hatte zudem Vorerkrankungen, es sei daher wahrscheinlich, dass er bei der ersten Infektion keine starke Immunität ausgebildet habe, so Stefan Brockmann vom LGA.

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Nach einem Bericht von WDR, NDR und „Süddeutscher Zeitung“ dürfte der Freudenstädter Fall weltweit erst der dritte bekannt gewordene Todesfall nach einer Corona-Reinfektion sein. Im Oktober war eine 89-jährige Niederländerin verstorben, die allerdings immungeschwächt war. Im Dezember berichtete eine israelische Zeitung, dass dort ein 74-jähriger Bewohner eines Altenheims nach durchgestandener Erstinfektion im August sich erneut infizierte und verstarb.        (dpa/mik)

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