Barcelona: Düstere Aussichten herrschen in Sachen Corona derzeit unter anderem in Spanien.
  • Barcelona: Düstere Aussichten herrschen in Sachen Corona derzeit unter anderem in Spanien.
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Steigende Infektionszahlen: In diesen Ländern spitzt sich die Corona-Lage dramatisch zu

Nicht nur in Deutschland ist die Lage ernst: Die Zahlen der Corona-Infizierten steigen immer weiter, in etlichen Ländern werden die Eindämmungsmaßnahmen derzeit massiv verschärft. Hier spitzt sich die Lage aktuell zu:

Niederlande

Ministerpräsident Mark Rutte kündigte einen „Teil-Lockdown“ an. Kneipen, Cafés und Restaurants werden geschlossen, der Verkauf von Alkohol wird ab 20 Uhr verboten. Außerdem dürfen die Bürger nur noch maximal drei Gäste pro Tag in ihren Wohnungen empfangen und sollen Bus und Bahn nur noch in dringenden Fällen nutzen. Premier Rutte kündigte auch eine allgemeine Maskenpflicht für alle öffentlichen Räume wie Geschäfte, Museen oder Bibliotheken an. Die Regierung reagiert damit auf die dramatisch steigenden Neu-Infektionen. In den vergangenen sieben Tagen waren 252 Infektionen pro 100.000 Einwohner gemeldet worden.

Großbritannien

Mehr als knapp 17.000 neue Ansteckungen sind am Dienstag innerhalb von 24 Stunden gemeldet worden. Die Zahl der Todesfälle lag mit 143 so hoch wie zuletzt im Juni. Betroffen sind vor allem der Norden Englands, Schottland, Teile von Wales und Nordirland. Auch in London nehmen die Fälle deutlich zu. Die bislang in der untersten Warnstufe eingruppierte Hauptstadt könne innerhalb der nächsten Tage in die höhere Risikostufe fallen, kündigte der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan an – was weitreichende Kontaktbeschränkungen zur Folge hätte.

Frankreich

Die Corona-Lage im Land verschlechtert sich seit Wochen. Frankreich mit seinen rund 67 Millionen Einwohnern hatte am Samstag annähernd 27.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet – ein Rekord. 

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In zahlreichen französischen Metropolen, darunter Paris und Lyon, gilt die höchste Corona-Warnstufe. Bars sind geschlossen, in Restaurants gelten strengere Hygienemaßnahmen. Macron will sich am Mittwochabend in einem Interview im französischen Fernsehen über strengere Maßnahmen äußern.

Italien

Die italienische Regierung verschärft die Schutzmaßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie weiter. Rom schränkt vor allem private Partys stark ein. Das geht aus einem Dekret hervor, das Ministerpräsident Giuseppe Conte unterzeichnete. In dem rund 20-seitigen Text heißt es, private Feiern an „Örtlichkeiten drinnen und draußen“ seien verboten. Feierlichkeiten nach Zeremonien, etwa Hochzeiten und Beerdigungen, müssten auf 30 Teilnehmer beschränkt werden. Tanzlokale blieben zu.

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Auf diesem Bild aus dem Mai trugen noch vereinzelt Menschen keine Maske in Rom. Ab sofort wird das Tragen zur Pflicht.

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Außerdem rät Rom den rund 60 Millionen Bürgern dringend, daheim auf Abendessen und andere Treffen mit mehr als sechs Gästen aus anderen Haushalten zu verzichten. Die Regierung empfiehlt zudem, zu Hause einen Mundschutz zu tragen, wenn Leute zu Besuch sind. Die neuen Regeln sollen ab Mittwoch zunächst für einen Monat gelten. Die rechte Opposition und Nutzer im Internet kritisierten das Partyverbot als zu starken Eingriff ins Private. Italien verzeichnete am Dienstag 5901 Neuinfektionen und 41 Corona-Tote. Davor hatten die Werte der Ansteckungen innerhalb von 24 Stunden über Tage stets über 5000 gelegen. 

Spanien

Das Land ist mit 850.000 Infektionen schwer betroffen. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen lag zuletzt bei 115. Im gleichen Zeitraum gab es 541 Tote. Der Anteil der Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern steigt. Es gilt Maskenpflicht im Freien. Viele Gebiete und Gemeinden sind abgeriegelt. Über die Hauptstadt verhängte die Regierung für zwei Wochen den Notstand. Madrid und einige Vororten dürfen nur noch mit triftigem Grund verlassen werden – etwa für den Weg zur Arbeit oder für Arztbesuche. Betroffen sind knapp 4,8 Millionen Menschen.

Polen

In Polen hat die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus erstmals die Marke von 6000 überschritten. Innerhalb von 24 Stunden kamen 6526 neue Fälle hinzu, die meisten davon in der Region um die Hauptstadt Warschau (1188). Das teilte das polnische Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. Im gleichen Zeitraum starben 116 Menschen in Zusammenhang mit dem Virus. Polen ist das einzige Nachbarland Deutschlands, das bisher vom Auswärtigen Amt in Berlin noch nicht ganz oder teilweise als Risikogebiet eingestuft wurde. Seit Samstag gilt in Polen im gesamten Land wieder eine Maskenpflicht in der Öffentlichkeit – sogar im Freien. Zudem dürfen an Feiern maximal 75 Menschen teilnehmen. In sogenannten roten Zonen sind die Auflagen strenger, unter anderem müssen Bars und Restaurants um 22 Uhr schließen.

Tschechien

Der tschechische Gesundheitsminister Roman Prymula hat persönlich an die Bevölkerung appelliert, die neuen verschärften Corona-Regeln einzuhalten. „Ich bitte Sie: Helfen Sie mir bei meiner Arbeit, denn es geht um uns alle“, sagte der 56-Jährige am Dienstagabend in einer Fernsehansprache. Er rechne mit einer Zunahme von schweren Krankheitsverläufen und auch Todesfällen. Man stehe vor „schwierigen und trüben Wochen“.

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In Tschechien steigen die Infektionszahlen weiter heftig an.

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Dalibor Glück/CTK/dpa

Die Regierung hatte beschlossen, dass Restaurants, Bars und Clubs von Mittwoch an geschlossen bleiben müssen. Die Schulen gehen bis Anfang November zum Fernunterricht über. Versammlungen und Treffen mit mehr als sechs Menschen werden untersagt. Nach aktualisierten Zahlen des Gesundheitsministeriums in Prag starben am Montag 54 Menschen in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung. Das war der höchste Wert an einem Tag seit Beginn der Pandemie. (wb/dpa)

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