Verkehrsumleitung bei einer Bombenentschärfung (Symbolbild).
  • Verkehrsumleitung bei einer Bombenentschärfung (Symbolbild).
  • Foto: picture alliance / Markus Scholz

Spektakuläre Aktion: Tonnenschwere „Tallboy“-Bombe wird entschärft

Experten sprechen von einer „beispiellosen Operation“: Polnische Taucher wollen am Montag in Swinemünde auf Usedom eine fünf Tonnen schwere „Tallboy“-Bombe entschärfen. Der Verkehr rund um den Fundort steht still.

Ein Jahr lang haben sich die polnischen Spezialisten auf ihren gefährlichen Einsatz vorbereitet. Denn der hat es in sich: Die britische Bombe ist ein sogenannter „Tallboy“ – ein Sprengkörper von mehr als sechs Metern Länge und einem Gewicht von 5,4 Tonnen! Knapp 2,5 Tonnen Sprengstoff stecken in dem Bombenkörper, der am Grunde der Kaiserfahrt liegt – einem Kanal im Stadtteil Karsibór südlich des Stadtzentrums, der die Swine mit dem Stettiner Haff verbindet.

Eine der größten Entschärfungen aller Zeiten

Der „Tallboy“ war bei einer Vertiefung der Fahrrinne entdeckt worden. Seine Entschärfung gilt als eine der größten Aktionen dieser Art in Europa. Allein zwei Tage haben die Taucher der Marine eingeplant, um die Weltkriegsbombe von Sand zu befreien. Dann sollen die Zünder von der Sprengladung getrennt werden, wie ein Vertreter der Marine der Agentur PAP sagte. In einem letzten Schritt ist geplant, die Sprengladung des Blindgängers mittels einer Verpuffung unschädlich zu machen.

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Die Waffe wurden im Zweiten Weltkrieg von der Royal Air Force gegen besonders schwere Ziele wie Bunker oder Kriegsschiffe eingesetzt. In Swinemünde (heute Świnoujście) lagen viele Kriegsschiffe.

Anwohner werden in Sicherheit gebracht. Verkehr steht still

Autofahrer müssen am Montag wegen der Entschärfungsarbeiten bis einschließlich Freitag mit Behinderungen im Verkehr rechnen, teilte die Stadtverwaltung mit. Die Fähre im Zentrum der Stadt werde von Montag bis Freitag zwischen 7 und 17 Uhr nicht fahren. Pendlern an der deutsch-polnischen Grenze wurde geraten, auf die Grenzübergänge Pomellen-Kolbaskowo und Linken-Lubieszyn auszuweichen.

Rund 750 Einwohner aus der unmittelbaren Umgebung des Fundorts der Weltkriegsbombe müssen für die Zeit der Arbeiten in Sicherheit gebracht werden. (ng/dpa)

 

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