Die Bilder, auf denen Patrick Hutchinson einen Demonstranten rettet, gingen um die Welt.
  • Die Bilder, auf denen Patrick Hutchinson einen Demonstranten rettet, gingen um die Welt.
  • Foto: Getty Images

Schwarzer Aktivist rettet Rechten: Diese heldenhafte Szene bewegt die Welt

London –

Es ist eine heldenhafte Tat, festgehalten auf Bildern, die um die Welt gehen: Der dunkelhäutige Aktivist Patrick Hutchinson trägt auf der „Black Lives Matter“-Demonstration am Sonnabend in London einen Verletzten aus der Gefahrenzone. Es ist ein Weißer, vermutlich ein Neonazi. 

Bei den „Black Lives Matter“-Demonstrationen in London gerieten Aktivisten und rechte Gegendemonstranten aneinander, es kam zu Prügeleien und Handgemengen. Mitten im Chaos passiert dann dieser Moment der Empathie, der Courage, der sich seitdem weltweit auf Social Media verbreitet hat: Ein Dunkelhäutiger trägt einen benommenen Weißen aus dem Getümmel, rettet ihn. Obwohl der Mann, der da schlapp über seiner Schulter hängt, vermutlich ein Rechter ist.

Für den Retter war seine Tat selbstverständlich

Für den Retter selbst war seine Tat nicht heldenhaft, sondern selbstverständlich. Patrick Hutchinson, der Fitnesstrainer und Aktivist ist, sagte dem britischen Sender „Channel 4″: „Sein Leben war in Gefahr. Also bin ich runter, hab ihn aufgehoben und auf meine Schulter gelegt und bin mit ihm in Richtung der Polizei gelaufen.“ Hautfarbe und politische Gesinnung spielten keine Rolle: „In so einem Moment denkst du nicht. Du tust einfach, was du tun musst.“ Dabei war Hutchinson, der auch als Sicherheitsmann arbeitet und sein Security-Outfit mit Handschuhen trug, eigentlich bei der Demo, um seine Leute vor den rechten Gegendemonstranten zu schützen. Stattdessen rettete er einen „von den anderen“. Einen Mann, bei dem zweifelhaft ist, ob er dasselbe für ihn getan hätte. Jamaine Facey, links auf dem Foto, ist ebenfalls Personal Trainer und ein Freund Hutchinsons. Er hielt die Hand schützend über den Demonstranten, im wahrsten Sinne: Er schirmte dessen Kopf im Tumult ab – und erklärte „Channel 4″: „Ich beschütze nicht ihn. Ich beschütze unsere Kinder und ihre Zukunft. Weil ich weiß, wie ein Richter die Situation gesehen hätte.” 

Parallelen zu George Floyd

Hutchinson zog im TV Parallelen zum von der Polizei getöteten George Floyd: „Wenn die anderen drei Polizisten, so wie wir, eingeschritten wären und ihren Kollegen gestoppt hätten, wäre George Floyd noch am Leben.“ Wer der Mann ist, den er mit seinem Einsatz die Haut gerettet hat, ist bisher nicht bekannt.

Bleibt zu hoffen, dass nicht nur die Bilder von Hutchinsons Tat um die Welt gehen. Sondern auch das Verständnis von Fairness und Miteinander, das dahinter steckt. 

Email
Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp